Matschepampe

Ich bin sauer: Die zweite Erdbeerschale ist zur Hälfte ungenießbar. Ich öffne den Kühlschrank und in der 2. Etage schwimmt alles in Sahne. Die umherstehenden ökologisch wertvollen Pappschalen sind…Matschepampe. Wie auch die Erdbeeren. Alles Matschepampe. Ich fange an zu grinsen – innerlich und äußerlich.

Ich liebe dieses Nichtwort. Es ist so herrlich lautmalerisch klangvoll, ausdrucksstark – anfassbar. Ich sehe, erlebe, spüre beim Aussprechen die Matschepampe. Schade, dass derartige Erdbeeren nicht schmecken. Eigentlich hätte ich sie wenigstens genüsslich in den Händen zerquetschen sollen. Kleine Kinder tun so etwas spontan. Denen ist noch nicht der Kopf im Weg. Sie begegnen der Welt mit allen Sinnen und ergreifen sie buchstäblich.

Eine Szene hat sich mir bildhaft eingeprägt. Es hat ziemlich heftig geregnet und nieselt immer noch leise vor sich hin. Der Waldboden des Kindergartens ist gründlich aufgeweicht. Vor mir auf dem Boden liegen bäuchlings zwei Knaben, intensivst hingebungsvoll mit einem Schlammloch beschäftigt. Die Beschreibung der Kinder überlasse ich der individuellen Phantasie… Mich hat der Anblick glücklich gemacht. Sie durften! Kein Gemecker, keine Verbote. Also, Matschepampe kann beglücken.

Unten auf der Wiese singt gerade jemand zur Gitarre. Mir gefällt die Begleitmusik beim Schreiben. Vielleicht denkt sich mal jemand einen Matschepampe-Song aus. Das Wort allein ist doch schon Musik.

PS: Nachgeguckt im Netz: „In unserer Datenbank wurden für das Wort Matschepampe noch keine Synonyme hinterlegt.“ Okay. Dafür erreichen mich per Googelei diverse Rezepte mit diesem ausdrucksstarken Wortgebilde betitelt.

Köstlich und nicht Matschepampe: Eine Erdbeere und der Nachtisch. Die eigene Ernte auf dem Balkon haben mir naschhafte Vögel und Eichhörnchen abgenommen.

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