Einfach göttlich. Berlin wählt und in der Deutschen Oper toben allerlei Göttlichkeiten über die Bühne während die Linke Berlin gekapert hat.
Etwas Göttlicheres wäre mir in diesem Fall lieber gewesen. Wenn wenigstens die göttlichen Hoheiten, sich den Wohnungsmarkt in den Himmel geholt und weise geregelt hätten. Aber so, enteignen wird teuer, sehr teuer und wer bezahlt dann die bezahlbaren Mieten wenn die Stadt sowieso schon am Hungertuch nagt. Ich habe gehört, dass Vergesellschaftung der bessere Weg wäre. Aber was das nun bedeutet, das weiß ich auch nicht.
Da waren Stockhausens himmlisch sphärische Gesänge in der Oper realer. Ein „Mittwoch aus Licht“. Schwer zu beschreiben, was da vier Stunden auf der großen Bühne passierte. Aber ich bin nicht müde geworden und bin noch immer fasziniert.
Weniger von dem, was die Kritiker reihum bejubeln. Das legendäre „Hubschrauber-Quartett“ war für mich überwiegend anstrengend. Zwanzig Minuten lang versuchen zwei Geigen, eine Bratsche und ein Violoncello in vier Hubschraubern am Himmel den Lärm der Flugobjekte auf ihren Instrumenten zu intonieren…Nun ja.
Ich war mehr für die anderen drei Teile der Nichtoper. Den Kopf ausschalten, mich in das Geschehen fallen lassen. So ging’s sehr gut. Vielleicht fasst es das am besten: Das Erlebte war für mich eine einzigartige Skulptur aus Klängen, Stimmen, bewegten Bildern, Farben, Worten, die oft keine waren. Faszinierend die Video-Installationen. Während Bilder und Farben schnell wechselten bewegten sich Chor, Tänzer, Sänger und Musiker durchgehend in extremer Langsamkeit. Unglaublich schön dieser Kontrast.
Ansonsten erschien ein wundervolles kackendes Kamel auf der Bühne, dem später ‚himself’ entstieg. Während der vier Stunden wurde fortwährend das Himmlische und Göttliche in jeder Fasson zelebriert und beschworen. Und die Liebe als solche.
Wie gesagt, ich habe eine riesige Skulptur gesehen. Eine, die das friedliche Miteinander herausfordert. Auf ungewöhnliche Weise. Sehr zeitnah. Und nicht aus der Zeit gefallen, wie viele bemängeln. Kunst eben, sehr ungewöhnliche.
Davon würde ich dem Parteiengewirr gern etwas rüber reichen: Mal neu zu denken, aus dem Althergebrachten auszubrechen, wenn das, wie es scheint, nichts und niemanden mehr weiterbringt.
Teamarbeit eben – mit Göttern jeder Fasson.










