Der Meister

Seit längerem spuken Worte eines Handwerkers in meinem Kopf herum. Die lauteten in etwa so: Der Lehrling lernt die Regeln, der Geselle beherrscht sie. Und der Meister?

Der braucht sie nicht mehr. Er hat sie vielleicht nicht vergessen, aber so verinnerlicht, dass er sie einfach hinter sich lassen kann. Dass er sie über den Haufen werfen und damit Altvertrautes neu kreieren kann. Im besten Fall wird der Meister zum Künstler, zum Schöpfer. Das hieße dann, dass der Meister, die Meisterin nicht einfach alles nur am allerbesten kann, sondern eine ganz andere Ebene erreicht. Fern von allen Regeln, fern von allem Althergebrachten. Das verlangt nicht nur eine Art von Kunstfertigkeit, sondern vor allem Mut. Ich muss mir selbst glauben.

Andersherum und ein bisschen verkürzt heißt das: Der Glaube an mich selbst macht mich fähig zur Meisterschaft.

Dann könnte ich ja zu allererst einmal Meister meines Lebens werden. Das wäre doch schon ganz schön viel.

Wie sich das äußern könnte, wäre dann allerdings ein neues Thema.

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