Unfassbar

Das Fernsehen zeigt Bilder von Geschossen für Panzer. Eine moderne cleane automatisierte Produktionsanlage. Im nächsten Moment ein riesiger Saal voller Anzugmänner, vor allem Männer. Sie diskutieren, verhandeln über Waffenlieferungen in ausreichender Menge. Für die Ukraine. Damit wird dann zerstört, was Menschen mühsam geschaffen haben, was sie brauchen, um in Frieden leben zu können. Menschen werden damit umgebracht, einfach umgebracht.

Mich interessiert nicht, ob es Zivilisten oder Soldaten sind. Alle sind Menschen. Geboren von Frauen, viele Jahre umsorgt von Familien. Und dann kommt so ein cleanes Geschoss und macht diesem Leben ein Ende.

Cleane Waffenproduktion, cleane Säle, cleane Menschen. Tote Menschen. Wir schreiben das zu Ende gehende Jahr 2023.

Ein machtbesessener Irrer, möglicherweise auch sehr Seniler kann nicht gestoppt werden. Nicht von all dem Cleanen, all den Gewichtigen im Saal?

Und ich darf zuschauen im Fernsehen vom bequemen Sofa aus: Soldaten, endlose Zerstörungen, schlimme Wunden in Lazaretten, Menschen, die nie wieder unter den Ihren sein werden. Ermordet.

Was ist das für ein unbesiegbares menschliches Gen, das nicht stirbt, und offenbar nicht ausrottbar ist? Sind wir denn wirklich machtlos? Zum Zuschauen und Verhandeln in cleanen Sälen verdammt? Und das sinnlose Morden geht weiter, während in meinem Umfeld neue Stolpersteine verlegt werden und alte geputzt. Erinnerungen an millionenfaches grausames Sterben bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Das 21. steckt noch in den Anfängen und es geht immer weiter.

Wollen Menschen nicht im tiefsten Inneren in Liebe und Geborgenheit ihre Fähigkeiten und Kräfte erkunden und weiterentwickeln? Statt den anderen umzubringen und siegend zu triumphieren wie seit Jahrtausenden? Vielleicht wissen sie es nur noch nicht? Und deshalb haben die Diktatoren, die Wahnsinnigen weltweit leichte Beute.

Unser Planet braucht starke und mutige Männer und Frauen – zum Überleben.

Nichts Schöneres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein, so etwa schrieb Ingeborg Bachmann.

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Ein mahnendes gigantisches Monument oder…eine Verherrlichung des Krieges und des Mordens? Mein Gefühl ist auch an dieser Stelle sehr zwiespältig.

Hinterlasse einen Kommentar