Ich versuche es immer wieder, mir auf die Schliche zu kommen. Nicht im Sinne von „ertappt“. Nicht mit diesem herkömmlichen negativen Touch, der in unserer Gesellschaft meist Usus ist. Mensch ertappt sich beim Naschen, (Not)Lügen, beim Undiszipliniertsein, bei irgendetwas nicht ganz so Edlem…Oh weh! Doch im nächsten Moment – gut und schön – alles auch wieder vergessen. Sei‘s drum!
Mir gehts mehr um Nachhaltigeres. Es versteckt sich in dieser etwas nebligeren Region des tiefsten Inneren. Nämlich dort, wo ich versuche, mich selbst besser zu verstehen. Um dann authentischer zu handeln. Mit mir im Einklang.
Ein Beispiel:
Ich nehme mir immer mal wieder vor, Morgens zeitig aufzustehen. Eigentlich kein Problem, ich bin meist 6 Uhr wach. So gegen Sieben wäre eine gute Zeit für Unerledigtes, für Besorgungen, im Sommer zum entspannten Schwimmen – zum Beispiel. Dann läge der Resttag in voller Schönheit vor mir und ich hätte Muse für kreative Dinge. Hätte.
Es gelingt nicht. Ich muss ja nicht mehr. Nur ab und zu gibt es ein Muss fürs frühe Aufstehen. Da ist es auch überhaupt kein Problem. Ansonsten scheitere ich immer wieder an mir selbst, trotz guter Argumente und noch besserer Absichten. Woran liegt es? Faulheit, Trägheit, Willensschwäche…?
Nach langem Hadern mit mir selbst ist mir klar geworden, dass es mir besser geht, wenn ich ganz allmählich in den Tag hinein schlittere. Auf den Vogelgesang, der mich auf frühen Wegen begleitet, verzichte ich nicht so gern. Aber dieses Allmählich ist wichtiger für mein Wohlbefinden, meine Energie.
Darüber musste ich mir erst mal klar werden. Ein langer Prozeß. Jetzt bin ich mir endlich auf die Schliche gekommen. Das tut gut. Denn ich muss mich nicht mehr über mich ärgern. Jetzt ist es einfach gut so wie es ist und akzeptiert, ich bin mit mir einverstanden. Irgendwie authentischer. Kraftsparend ist das auch.
Geschichten wie diese passieren immer in Situationen, wo ich etwas vor habe, und dann langstreckenmäßig drumherum eiere. In Situationen, in denen ich einfach nicht zu Potte komme. Dann ist tiefere Ursachensuche angesagt. Meist kommt es zur Erkenntnis und damit auch zur Erlösung. Die kann sehr unterschiedlich ausfallen. Doch:
Jedenfalls bin ich mir mal wieder auf die Schliche gekommen.
