Einfach nur (Winter)Stille

Der Bahnstreik hat genervt. Aber nicht nur. Er hat mehrfach meine Kreativität herausgefordert. Und das wiederum hat Spaß gemacht.

Zum Beispiel die Rätselaufgabe: Wie komme ich ohne Auto, S-Bahn oder Regionalbahn von Berlin nach Potsdam?

Ab und zu fuhr eine Regionalbahn, war mir zu unsicher. Schließlich wartete der Erstklässler in der Schule.

Eine etwas aufwändige Busverbindung war mir vertraut. Aber mit einem Haken. Eine Umsteige-Verbindung bei der der zweite Bus nur einmal in der Stunde fährt. Das ging dann auch von Anfang an schief. Weil der Erste gleich zweimal ausfiel.

Während des Wartens und Grübelns kommt mein Lieblingsbus, die Havellinie. Kurz entschlossen steige ich ein. Die Hoffnung war, am Wannsee eine Potsdamverbindung zu finden. Während ich im Bus noch mit dem Fahrer diskutiere und google, da klingelt das Telefon. Ich könne mir Zeit lassen weil das Kind erst noch sein Mittagessen genießen soll. Okay!

In dem Moment werde ich übermütig und beschließe durchzufahren. Endstelle Pfaueninsel.

Draußen feiner Nieselregen. Kein Problem dank der Wolljacke. Und ich bekomme, nun sei der streikenden Bahn Dank, viereinhalb Kilometer Winterwald und Havel ganz für mich allein geschenkt. Wirklich ganz allein. Himmlische Ruhe und bezaubernde winterliche Durch- und Ausblicke. Dunst und Nebel können so schön sein! Ein Bussard ( oder Sperber) gesellt sich zu mir und fliegt in 100-Meter-Abschnitten voraus bis zur Glienicker Brücke.

Dort wartet schon die Straßenbahn. Ich habe viel Zeit zum Ausruhen von Endstelle zu Endstelle. Und zur Vorfreude auf den wilden Knaben. Ritterburg-Spiel und Fussballtraining beschließen den Tag.

Fazit: Der Streik hat mir einen spielerisch schönen Tag beschert, durchgängig.

Impressionen

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