Noch Me(e)hr

Ich schaue aus dem Fenster: Dicke Regenfaeden, alles grau, dicht belaubte Lindenaeste, die sich sanft bewegen. Von der Toilette fällt mein Blick auf ein riesiges norwegisches Kreuzfahrtschiff. Bilde ich mir den Lichtblick ganz hinten am Ende der Straße, im Westen, nur ein? Aber ich weiß: So etwa tausend Meter weiter in die andere Richtung, da ist das Meer, das Unendliche.

Es begann Gestern schon beim Endspurt in der S-Bahn. Irgendwann beginne ich schon das Meer zu riechen, wie immer. Begrüßung mit der Nase. Doch dann wurde es zuenftig. Schon im Zug hatte ich das Bild und den Geschmack eines frischen Brathering-Brötchens vor Augen und auf der Zunge. Kein Problem, denn der Bahnhof liegt direkt am Wasser und damit neben den Ständen mit den verlockenden Delikatessen. Nach vier Stunden Unterwegssein und eingespartem Frühstück war ich außerdem wirklich hungrig.

Ich beiße in das Brötchen, genieße, genauso hatte ich es mir vorgestellt…mmmh…Das wars dann auch schon: Überfall von hinten! Angerempelt von einer Riesenmoewe – vorher nicht sichtbar- bin ich meine Leckerei los. Vor mir kreischen so etwa zehn der Tierchen und vergnügen sich mit der Beute. Kein Krümel bleibt übrig.

Willkommen am Meer. Ich bleibe hungrig. Mir ist der Appetit vergangen. Vier Euro Tribut ans Meer. Ich bin glücklich mit Luft, Sand und dem vielen rauschenden Wasser.

PS: Die Tierchen waren wirklich an die 50 Zentimeter groß. Und ich war gewarnt von der Verkäuferin. Doch ich hatte keine Chance. Seitdem grüble ich, wo ich bei frischer Luft und Meeresrauschen entspannt ein Fischbroetchen verspeisen kann. Unterwegs springen mich die Schlagzeilen der Europawahlen an…

So Vieles ist schräg

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