Sommerglücksmomente

Der See. Ich mittendrin, dem Ufertrubel entflohen. Wieder dieses unglaubliche Sommergefühl: Nichts als Wasser, Himmel, Bäume, Wald und eine himmlische Ruhe, wie ich sie nur auf dem Wasser erlebe.

In der Oper. Kurz entschlossen im letzten Moment noch eine Karte bekommen, die ich einem kranken Kind verdanke. Ballettgala. 20 Jahre Staatsballett Berlin. Gut drei Stunden Getanztes aus 20 Jahren, Querbeet. Ich hätte mir die tanzfreudige Elfjährige an meiner Seite gewünscht. In Gedanken war sie dabei. Am Ende Sekt, Musik und tanzende Zuschauer im Foyer.

Zu Hause. Der Siebenjährige ist zu Besuch. Er ist erschöpft nach Ballspiel-, Wasserkaskadenbau-, Playmobil- und Essorgien. Freiwillige Lümmelpause auf dem Sofa. Er entdeckt meinen Kalender mit deutschen Gedichten aus vielen Jahrhunderten und versucht zu lesen. Schließlich die Bitte: Lies Du vor! Tu ich gern. Er klatscht Beifall: „Noch eins!“ Das geht beinah eine halbe Stunde lang so. Er freut sich am Klang der Worte. Es sind Gedichte von Hölderlin, Selma Meerbaum-Eisinger, Goethe und ja auch Morgenstern und Ringelnatz und Annette Droste-Hülshoff.

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