Augenmensch?

Sehen kann ziemlich wehtun. Mir geht es jedenfalls so. Ich liebe kräftige, leuchtende, starke Farben. Auch die zarten, schwingenden, die sehr intensiv sein können. Ich lebe in Bildern. Auf der Straße, in der Küche, im Wald…selbstverständlich auch in Galerien und Ausstellungen.

Wenn andere bei Misstönen Schmerzen empfinden, bei falsch Gesungenem, das halte ich ganz gut aus. Ich singe selber ziemlich schräg. Dabei höre ich durchaus, wenn Musizieren unstimmig gerät. Aber das, der Schmerz, passiert bei mir auf einer anderen Ebene. Es ist eher so eine Empfindung des Ganzen, ein Spüren…

Ich glaube, dass ich generell mit allen Sinnen sehr intensiv wahrnehme. Ich bin auch schnell an meinen Grenzen – überfordert. Dabei liegt halt die Betonung auf den Augen und nicht so sehr auf den Ohren. Vielleicht bin ich so etwas wie ein Augenmensch.

Ich muss vorsichtig sein mit Bildern. Grausame vor allem können mich endlos verfolgen. Deshalb sind für mich viele Filme grundsätzlich tabu. Doch die Gefahr lauert gar nicht so selten an allen Ecken.

Unschöne Architektur guckt sich leichter weg. Gelungene fasziniert mich umso mehr. Egal ob Hochhäuser, eine Bauhausperle oder elegante Autobahnkonstruktionen.

Mit Wohnungen ist es schon sehr besonders. Die Bilder, die Intentionen einer Behausung mögen nicht meine sein. Doch wenn Bewohner und Wohnung eins sind, dann erlebe ich Stimmigkeit und oft auch Harmonie. In der kann ich dann auch gut sein. Und meinen Sinnen und Augen geht es gut. Kein Fluchtreflex.

Den kenne ich allerdings auch ganz gut. Gottseidank nur manchmal.

Mein privates Chaos, in dem ich mich wohlfühle

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