Mit dem Sperrmüll ist das so eine Sache. Mal ist es der defekte Staubsauger, der mit mir seit Jahren endlose Runden gedreht hat. Das nächste Mal ist es ein unansehnlich gewordenes Sofa im Zerfallsstadium. Und dann kommt noch die Stehlampe dazu, die sich selbst zerlegt hat. Alles Dinge, die über sehr lange Zeit gute Dienste geleistet und es mir behaglich gemacht haben. Alte Vertraute.
Jetzt ist ihre Zeit vergangen. Sie stapeln sich im Keller. Bis sich denn noch mal jemand ihrer erbarmt und sie auf den Sperrmüllplatz befördert. An ihrem Ende sind sie zur Herausforderung geworden.
Eigentlich schade, dass sich kaum jemand findet, der sie wieder in Gang bringt, sie zu neuer Schönheit erweckt. Oder vielleicht etwas ganz neues Begehrenswertes daraus macht.
In meiner Straße ist so ein kleiner Laden. Der Besitzer zaubert aus dem Abgelegten neue schöne Dinge und mir ein Lächeln ins Gesicht. Oft sind es schon Kunststücke, die aus diesem Jungbrunnen hervorkommen. Ich schaue sie mir im Vorbeigehen gern an. Jüngst bin ich auch ihrem Schöpfer begegnet. Merkwürdigerweise war ich nicht mal ganz so gnatzig als sein Dackeltier eine Vorliebe für meine sommerlich nackten Sandalenfuesse zeigte. (Siehe „Hundeleben“)

Aber sei’s drum: Manchmal habe ich auch so ein Sperrmüll-Gefühl. Verbraucht, aus der Zeit geraten, nicht mehr gut funktionierend – irgendwie lästig geworden. Hilfe, wo ist mein Jungbrunnen-Zauber!?!
Ansonsten, ich könnte ja – im Gegensatz zum Sofa – meine Geschichten erzählen…und all die Erlebnisse von Staubsauger & Co.