Gestern hat es geregnet. Keine Termine. Nichts Zwingendes. Ich muss nicht vor die Tür. Erst am Ende muss ich doch. Doch dazu später.
Was also tun? Das wäre ja eigentlich so ein Tag zum Malen. Alles steht griffbereit. Doch: Keine Intuition. Auf dem Weg von einem Zimmer zum anderen stolpern meine Augen über tausenderlei Liegengebliebenes. Schon längst, wenn auch nicht zwingend, erledigt sein Sollendes.
Aha, geht es mir durch den Kopf, ist doch ein schönes Gefühl, wenn mich das alles mal nicht mehr angrinst. Und ich fange an eine befleckte Kühltasche zu reinigen. Das erste neu entdeckte Spinnengewebe entfesselt meinen Jagdeifer und lässt meine Augen über Flecken an der Wand stolpern. Oh, das Telefonat – 10. Versuch und es klappt, Problem gelöst. Zwischendurch erscheint der Fenstermaler zur Begutachtung seines bevorstehenden Arbeitspensums. Der Staubsauger freut sich als ich ihn begrüße, jedenfalls jault er sehr laut auf und ist eine halbe Stunde später verstopft – chronisch. Eine neue WhatsApp-Nachricht erinnert mich an Unterlassungssünden, also Antworten schreiben…Auf diese Weise wird es gemütlich 16 Uhr und ich entdecke eine Paketbenachrichtigung.
Inzwischen scheint die Sonne und ich mache mich mit einem schönen Gefühl der Erleichterung über all die erledigten „Leichen“ in meinem „Keller“ auf den Weg zur Poststelle. Nichts weiter als Ausweis und Geldbörse in der Jackentasche. Ausgehändigt bekomme ich eine Riesenkiste, elend schwer, sieben Kilo. Den Test konnte ich mir zu Hause nicht verkneifen konnte. Ein Glück, dass Edeka am Weg lag. Mit der schnell gekauften Tragetasche schaffe ich es mit der Last bis nach Hause.
Die Last: Sieben Jahre meines Lebens. Die Blogs dieser Zeit in zwei dicke Bücher gebannt. Ein Projekt, das seit Jahren herumgeisterte und immer wieder scheiterte. Wie schön, dass es diesen Zu-Ende-Bring-Tag zu einem Abschluss rundete.
Mal sehen, was meine Nachkommen zu diesem Erbe sagen. Für sie ist es in erster Linie gedacht.
Ach ja, und dann ist in der Nacht auch noch ein Pullover fast fertig geworden. Demnächst feiert das Projekt sein Einjähriges. Wenn es soweit ist, dann ist auch das vollbracht. Wahrscheinlich.
Ein fast ganz gewöhnlicher Tag in meinem Leben, an dem ich eigentlich auch noch diesen Blog schreiben wollte. Was nun heute geschehen ist. Und auch die Schuhe wollen noch geputzt werden…
