Eigentlich wollte ich mit dem Thema aufhören. Eigentlich. Selbstschutz. Aber nun doch noch ein Nachtrag zum letzten Ostwestlich. Da Jahrestag war, wuselt es noch reichlich durch die Medien. Einen Beitrag zum Thema, der Gestern (10.10.) beim RBB im Hauptprogramm gesendet wurde, möchte ich in der Mediathek empfehlen. Es ging um das Ostwest-Thema und die Rolle der Medien, um Zerrbilder und die Quellen aus denen aktuelle Befindlichkeiten gewachsen sind. Auch über den Wessi-Blick auf den Osten. Und die vermeintlich seltsamen Menschen im Osten.
Was mich selbst immer wieder beschäftigt, da nahezu täglich damit konfrontiert:
Ich habe das Gefühl – und nicht nur das -, dass ich mich mitten in einem großen Spiel befinde, aber Spielregeln nur begrenzt kenne und daher nicht beherrsche. Ein ungutes Gefühl. Und es macht so auch keinen Spass, weil ich dabei zum Fremdkörper mutiere.
Außerdem: Wir sprechen die gleiche Sprache und meinen oft doch etwas anderes. So passiert es seit Jahrzehnten, dass ich mit schöner Regelmäßigkeit in Fettnäpfchen, besser Fettnäpfe trete. Es bestimmen eben die Westnormen alle, aber auch alle, Spielregeln. Mit perfekter Anpassung lässt sich dieses Problem auf die Dauer nicht lösen.
Also: Reden wir endlich MITEINANDER und verabschieden uns von dem Glauben alles zu wissen. Und denken wir zusammen auch mal darüber nach, wie es ist, unter gleichen Bedingungen mit ungleichen Voraussetzungen zu leben.
Die Hoffnung bleibt: Schließlich ist jetzt nach 35 Jahren dieses Thema endlich ein bisschen zum Thema geworden. Mal sehen, wenn ich noch dabei bin, wie es in fünf Jahren zum 40. Jubiläum aussieht.
