Bauchschmerzen

Das Unverdauliche verdauen…geht das? Wahrscheinlich nicht ohne Bauchschmerzen. Eher Krämpfe.

Im Moment scheint‘s, dass das Parteien-Gezoffe weiter geht – ungeachtet des rundherum drängenden Handlungsbedarfs.

Kann es tatsächlich sein, dass die Parteiendemokratie sich überlebt hat? Doch gibt es eine andere Demokratieform? Wäre doch ein Forschungsthema, wo doch inzwischen alles erforscht wird.

Ich bin immer noch für den Weisen umgeben von einem Expertenteam für alles, was notwendig ist und bewegt. Von Fall zu Fall auch Volksentscheide.

Ich möchte nicht mißverstanden werden, aber mit der Stimme der Straße, des Volkes habe ich so mein Problem. Ich glaube, dass ich mich nicht so sehr irre, dass die, die einst lautstark die D-Mark einforderten, jetzt die deutsche Wahlkarte hellblau eingefärbt haben. Sie waren unzufrieden und sind es jetzt wieder. Einst und jetzt fanden ihre ganz natürlichen Alltagsbedürfnisse zu wenig Beachtung, wurden nicht ernst genommen. Doch lässt sich das mit Gesellschaftskonstrukten jeder Art, mit Visionen verbinden, lösen? Ich weiß nicht.

Dazu kommt die spezielle Problematik der Ostdeutschen. Sie haben, wage ich zu behaupten, auf dem Weg der letzten 35 Jahre einen Teil ihrer Seele verloren und nicht wieder gefunden. Ich würde meinen, dass ganz viele im Osten des Landes nicht wirklich im vereinten Deutschland angekommen sind. Das verstärkt die Unzufriedenheit, die allerdings ein gesamtdeutsches Problem und auch ein europäisches ist…und zunimmt. Wer links wählt und wer AFD wählt hat womöglich sehr ähnliche Probleme. Nur dass, im Osten des Landes endgültig links kein Thema mehr ist. „Ein weites Feld“, um nun auch noch den alten Fontane zu bemühen.

Ich glaube, dass es uns allen die letzten Jahrzehnte, trotz aller Probleme, ziemlich gut ging, friedlich gut ging. Der Gedanke drängt sich auf: Was geschah mit allen vergangenen Zivilisationen, auf ihrem Höhepunkt? Höchste Blüte und Untergang lagen immer dicht beieinander. Philosophisch: Wenn ein bestimmtes Maß erreicht ist, drängt die vorhandene Qualität in eine Neue.

Kann sein, dass es in Zukunft nur einer reichlichen Menge Resilienz bedarf. Egal was kommt. Also wappnen wir uns. Nur Eines darf einfach nicht passieren: Gegenseitiges Morden, ich meine vor allem Krieg.

Passt doch: Kandinsky, „Im schwarzen Viereck“ (1923) – zur Zeit im Original im Barberini in Potsdam zu betrachten, neben anderen der Geometrisch Abstrakten des 20. Jahrhunderts. Eine Kunstrichtung, die aus aufgewühlten Zeiten hervorgegangen ist.

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