Episoedchen

Ein schon spaetsommerlicher Tag am glasklaren See. Plötzlich sind auch noch die paar Mitschwimmer verschwunden. Kein Boot, kein Stand Up – hier nicht erlaubt. Nur Wald und Seerosen. Eine unglaubliche Stille. Ich schwimme, lasse mich treiben, versinke in der umhüllenden Stimmung. Als ich mich umdrehe, ist mein Ufer zur Miniatur geworden. Erst jetzt denke ich an den Rückweg. Es bleibt schön und der See gehört mir allein. Wieder in Sichtweite muss ich meinen Einstiegsplatz suchen. Wind und Wellen haben mich ein ganzes Stück abgetrieben. Doch da sind sie, „meine“ Seerosen und ein paar Schritte weiter mein ziviles Outfit.

Der Rückweg führt an meiner Lieblingsgaertnerei vorbei. Ihrer Magie ich noch nie widerstehen können. Dort gibt es nicht nur unendlich viel Blühendes in allen Farben, sondern auch nette und gesprächige Gärtner.

Zu einem Tütchen exklusiv leckerer Tomaten, die ich sonst gar nicht esse, gesellen sich etwas Blaubluehendes und etwas zitronenblaettrig Essbares.

Ich will mit Karte bezahlen, sie funktioniert am Ort nicht. Also suche ich meine letztes Bargeld zusammen. Ich bleibe dann noch vor einer grazilen Pflanze stehen, die ewiges Leben verspricht und gerate ins Meditieren und mit der Chefin ins Gespräch.

Es muss sein. Irgendwie ein Wink von oben, von den Schicksalsmächten oder… Ich stehe also noch mal an der Kasse, dieses Mal mit der Chefin und angele nach meiner Karte…als der Gärtner vorbei kommt: „Das ging doch nicht!“ Das Bargeld reicht gerade so noch mal. Ich bin zutiefst betroffen, von wegen Ewiges Leben und sonstigen Miseren.

Jiaogulan, täglich drei Blättchen für die Unsterblichkeit meint die Gärtnerin

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