Vor fünf Minuten habe ich das Kino verlassen. Vor meiner Nase bewegt sich eine Sbahn. Strahlender Sonnenschein, im nächsten Moment prasselt ein Platzregen vom Himmel, die Sonne scheint weiter. Ich suche nach Worten für das eben Erlebte.
Mein spontanes Gestammel:
Verstörend, anstrengend, brutal, seelisch und physisch erschöpfend, expressionistisch, surreal und gleichzeitig extrem realistisch, bildvergewaltigend und bildgewaltig, wortarm, mystisch und erdrückend banal….
Nach zwei von fast drei Stunden rebellierte auch noch meine Blase bei unerreichbaren WCs. Ich habe am Film gelitten und leide noch immer.
Erschöpft von den Haarwurzeln bis zum Großzeh sinke ich auf einen Stuhl des nächstbesten Strassencafé‘s. Ein Kaffee und ich fange an zu schreiben. Intuitiv nach Befreiung suchend.
Um mich herum die Ausläufer des Berlin-Marathons: sportbedresste Menschen, einer trägt schwer an Rucksack und Medaille, auf sichtlich müden Füßen…
Sämtliche Buslinien in SüdWest-Richtung sind auf die sowieso schon viel zu enge Kantstraße umgeleitet.
Und dann und wann durchdringende Blaulichtsirenen…
Eigentlich fast das vertraut alltägliche Chaos. Der Kaffee ist inzwischen kalt geworden und ich weiß nicht, ob ich wieder Boden unter den Füßen habe…
…nach dem Film „In die Sonne schauen“, der mich angesichts der vielen Ausrufezeichen, mit denen er bedacht wird, ins Kino gelockt hat.
