Das Leben ist eine Achterbahn. Oder fährt es mit mir Achterbahn? Ist ja auch egal. Seit dieser Woche spukt das Achterbahnbild nun endgültig in meinem Kopf herum.
Die Woche begann entspannt mit Backen, Päckchen packen und eben jene auf denn Weg bringen. Ich bin bis heute froh, dass ich inzwischen Zeit und Muse für solche aufwendigen Aktionen habe. Vor allem Muse.
Einen Tag später der Feldenkraiskurs. Nachdem fühle ich mich physisch und auch sonst immer neu sortiert. Also, in dem Sinne „Jetzt ist alles wieder an seinem Platz“. War auch so.
Doch am nächsten Morgen weiß ich vor Schmerzen nicht wie ich aus dem Bett kommen soll. Das erste Mal seit Jahren ist bei der Sortiererei offenbar etwas schief gegangen. Ich glaube der berühmte Hexenschuss fühlt sich so an.
Trotzdem schaffe ich es bis zum Schreibtisch, um einen längeren Brief zu schreiben, der mich seit Tagen beschäftigt. Es wurden fünf Seiten und ich bin erleichtert, das Gedankengewimmel nun sortiert auf dem Papier stehen zu haben.
Noch einen Tag später muss ich überlegen, ob ich den Weg bis zur Schwimmhalle im unveränderten Zustand schaffe. Die Hausmittel haben immer nur kurzzeitig geholfen. Mir gelingt es, irgendwie. Im Wasser sind die Schmerzen der letzten zwei Tag wie ausgelöscht. Ich bin glücklich und komme auch fast ohne Schmerzen wieder nach Hause. Und bin froh, dass ich meine Konzertkarte für den Abend, nicht verfallen lassen zu müssen. Was für ein Glück!
Noch buchstäblich berauscht vom letzten Abend, haben mich am nächsten Morgen die Schmerzen wieder fest im Griff. Ich schaffe es, Morgens um Sieben die Waschmaschine anzustellen und falle gerädert wieder ins Bett. Als ich endlich wieder auf die Beine komme, fließt ein Bächlein im Bad. Ich habe noch nicht ganz realisiert, was los ist, da klingelt es an der Wohnungstür. Bei der Nachbarin unten drunter tropft es von der Decke. Was zuerst tun? Natürlich den Hauptwasserhahn zudrehen. Die Hausverwaltung anrufen, die zuständige Kollegin ist nicht da und wird zurück rufen. Gleichzeitig klingelt es wieder an der Tür, das Wasser käme jetzt aus der Lampenfassung…Es ist Freitag, wie lange warte ich noch. Später kommt nur noch der Notdienst. Ich finde jemanden, der in kurzer Zeit kommen wird und bin erst mal erleichtert. Ahnungslos, wo das Problem liegt, bange ich, was sonst noch passieren könnte. Irgendwann meldet sich die Hausverwaltung und bestätigt mir, alles richtig gemacht zu haben. Es ist Nachmittag bis das verkalkt, verstopfte Rohr hochdruckgereinigt ist. Nur eine Wasserstelle bleibt mangels passender Ersatzteile gesperrt, das soll heute erledigt werden. Hoffentlich!
Die Rechnung ein Schock. Astronomisch vierstellig und zwangsweise sofort bezahlt. Ein Glück, dass die Dezemberrente schon überwiesen war. Nun bete ich, dass ich mein nicht vorhandenes Geld zurückbekomme …und die Schmerzen doch noch mal endgültig aufhören.
Um zur Achterbahn zurück zu kommen: Zuerst das langsame und auf luftige Höhe hochgezogen werden – voller freudiger Erwartung. Dann das rasante Auf und Ab mit viel Kribbeln im Bauch. Nun frage ich mich, ob ich in dieser Achterbahn saß, bei der die Bremsen nicht mehr funktionierten. Ist schon vorgekommen…
Trotzalledem: Ich bin bis heute kein Rummelfan, aber Achterbahnen habe ich immer geliebt.
Ich frage mich: Steht diese eine Woche für meine gesamte Lebenskurve? Oder überhaupt für Lebenskurven.
Allen eine fröhliche Achterbahnfahrt in den 1. Advent!
