Oh-Lympia

Ich wollte zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele nur mal kurz reinschauen. Wenig enthusiastisch, wenig leidenschaftlich. Man ahnt es, ich bin hängen geblieben. Schließlich – inclusive einiger Fluchtversuche – bis zum Ende. Was ist da geschehen?

Dazu muss ich vorab erklären, dass ich kein Sportenthusiast bin. Ich glaube, ich bin ein Sportegoist. Ungefähr so: Für mich selber treibe ich Sport, wenn mein Körper überdeutlich danach verlangt. Und die alltägliche Bewegung nicht mehr ausreicht. Ab und zu macht es dann auch Spass.

Als Zuschauerin bin ich dabei, wenn es richtig spannend wird. Meisterschaften aller Art. Aber dann auch nur selektiv, denn meist gibt es interessantere Sachen, mit größerer Faszination für mich. Spannung allein reicht mir dann allerdings auch nicht. Wenn beim Fußball geholzt und gekloppt wird, beim Handball die roten Karten überhand nehmen, bin ich nicht mehr dabei. Ich bevorzuge Ästhetik im Spiel. Wenn im modernen Fußball Aktionen mit gekonnt akrobatischen eleganten Touch entstehen, steht mir die Freude ins Gesicht geschrieben. So etwa.

Doch was ist mit mir bei Olympia Alla Italia 2026 geschehen. Die vielen, vielen Bilder, die große Tanzperformance und was noch so alles ins riesige Mailänder Stadion gezaubert wurde. So Schön! Dann die fröhlichen, vergnügten Sportler in ihren kreativen Outfits. Interessant, dass zwischendurch mein inneres Auge die Bilder entlang der Seine vor zwei Jahren fabrizierte. Sie waren stark, stärker als in diesem Jahr.

Doch in diesem Jahr hat mich die Atmosphäre umso mehr in ihren Bann gezogen. Da strömten Schönheit und Harmonie buchstäblich und ließen den Rest der Welt für Stunden vergessen. Ich fand es spannend, dass die Kommentatoren überwältigend oft genau diese beiden Worte gebrauchten! Schönheit und Harmonie. Nicht Wettkampf, Leistungen, die Namen der Stars. In diesem dreistündigen Moment waren sie alle Stars und wir mit ihnen. Und feierten das Leben. Das ach so friedliche Sein-können und -dürfen.

Ich bin absolut kein Anhänger nationaler Symbole. Doch dieses Mal war ich zutiefst bewegt als die großen Fahnen der teilnehmenden Länder dicht gedrängt miteinander zu schwingen begannen, geschwungen wurden. Wie schön könnte die Welt sein. Einfach nur schön. Und harmonisch schwingend. Olympisch.

Aber: Sie kann nicht. Was brauchts…..???

Schöne Masken – oder unmaskiert schön wie Olympia…

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