Das war wieder so ein Satz mit Haftzettel-Qualitäten. Wieder im Podcast von Lanz&Precht. Ich wieder mal inzwischen ahnungslos, wo er ursprünglich herkommt. Auf jeden Fall ein Gedanke, der bei mir Resonanz findet. So etwa zitiert Precht: Wer gewinnt, der erlebt einen Glücksrausch. Das Eigentliche am Spiel ist das Verlieren.
Kurz und schnell der Glücksrausch, dann ist es auch wieder vorbei. Es kann auch ein Machtrausch sein. Der letzte Gedanke ist möglicherweise von mir.
Aber, was passiert mit dem Verlierer. Ist er traurig, ist er enttäuscht? Versinkt er darin? Oder wächst ein Anreiz, es noch mal zu versuchen? Wächst der Kampfgeist, ein positiver, denn es ist ja ein Spiel? Versuche ich, bemühe ich mich als Verlierer besser zu werden, dazu zu lernen? Mobilisiere ich meine Kräfte und wachse dabei? Erkenne ich im Spiel meine Grenzen, meine Möglichkeiten und meine Unmöglichkeiten?
Ich spiele nach wie vor gern. Ich liebe den Spass des Miteinander. Auch die Herausforderungen, die gute Spiele mit sich bringen. Ich möchte gewinnen. Aber es ist für mich kein Problem zu verlieren. Mit letzterem habe ich Mitspieler schon oft verärgert. Die wollten mehr Kampfgeist, sonst wars langweilig für sie. Die wollten sich mit meinem (nicht vorhandenen) Ärger wohl und besser fühlen, vermute ich.
Dummerweise spiele ich nicht um zu gewinnen.
Beim Verlieren bin ich auf dem Weg. Der Sieger ist angekommen. Braucht mehr davon. An Glück und Macht. Das Leben ein großes Spiel. Kann es sein, dass Verlierer ein Mehr an Menschlichkeit anhäufen?
Für diesen Gewinn wäre ich sehr zu haben.
