Ein lauer Sommerabend im Frühling. Wir sitzen draußen vor der Tür und verdauen Kafkas letzte große Liebe, die wir gerade im Kino miterleben durften. Sabin Tambrea war ein hinreißender Kafka. Leidenschaftlich tief lieben sich die Beiden, obwohl sich schon der Tod eingeschlichen hat. Wir stoßen an auf den schönen Abend und schauen auf den Kirchturm„Randbemerkungen (17)“ weiterlesen
Autor-Archive:allovertoday
Mensch sein
Was könnte der Mensch sein, wenn er es werden wollen würde? Ein vollkommenerer und vielleicht sogar ein vollkommener? Das klingt erst mal etwas verstiegen. Ich glaube langsam, dass der Mensch an sich gar nicht weiß, dass das möglich ist. Vielleicht brauchen wir unsere Schulen, um genau das zu lernen. Der Rest lässt sich beiläufig und„Mensch sein“ weiterlesen
Zu viel Gefühl…
…ich bin schon wieder bei einem Zuviel. Nach der Moral das Gefühl. Ich wage jetzt mal die These, dass zu viel Gefühl oft verheerend ist. Die einen ertrinken buchstäblich in ihren Glücksgefühlen, in einer großen Liebe. Der Schritt zum Aussersichsein und damit auch einem Ausgeliefertsein ist oft nur noch ein kleiner. Meine Gefühle, und wenn„Zu viel Gefühl…“ weiterlesen
Ostwestlich (17) – heute wird‘s länger
Ich bin wieder bei mir, bei meinen Gedanken angekommen. Im Radio geht‘s um die Oskar-Nominierungen. Ein Gespräch mit dem Regisseur vom nominierten „Lehrerzimmer“. Er ist glücklich und gleichzeitig verstört. Während Wim Wenders und Sandra Hüller überall benannt werden – sehr zurecht wie er sich verehrend bekennt – taucht sein Name nirgendwo auf. Er erlebt Rassismus„Ostwestlich (17) – heute wird‘s länger“ weiterlesen
Unbehaust
Bei allen Brüchen, Verunsicherungen, Herausforderungen – ich habe mich in mehr als sieben Jahrzehnten nie so unbehaust gefühlt wie in diesen Monaten. Es wackelt und crashed. In der großen, kleinen Welt da draußen und in meinem Leben. Spiegelbilder? Das Einzige, dessen ich mir gewiss bin, ist, dass ich innere Arbeit leisten muss und auch will.„Unbehaust“ weiterlesen
Einfach nur (Winter)Stille
Der Bahnstreik hat genervt. Aber nicht nur. Er hat mehrfach meine Kreativität herausgefordert. Und das wiederum hat Spaß gemacht. Zum Beispiel die Rätselaufgabe: Wie komme ich ohne Auto, S-Bahn oder Regionalbahn von Berlin nach Potsdam? Ab und zu fuhr eine Regionalbahn, war mir zu unsicher. Schließlich wartete der Erstklässler in der Schule. Eine etwas aufwändige„Einfach nur (Winter)Stille“ weiterlesen
Holperig
Was für ein Wort! Ich spüre förmlich die Steine, die Stolpersteine. Mal rund, mal – noch unangenehmer – spitz. Kein Weg, um in Gedanken zu versinken, gleich gar nicht zum Träumen. Ich muss aufpassen, mich in Acht nehmen oder einfach nur aufmerksam sein. Das Jahr hat für mich ziemlich holperig begonnen. Das Gestolpere durch die„Holperig“ weiterlesen
Ostwestlich (16) Störfelder
Wir reden miteinander. Und wir reden aneinander vorbei. Im besten Fall merken wir es. Oder eben auch nicht. Das wahrscheinlich häufiger. Bei der Ost-West-Begegnung habe ich den Eindruck, dass das Aneinandervorbei sehr häufig passiert. Ich erlebe Stoerfelder, die eher im Unterbewussten ihr Unwesen treiben. Jede(r) hat da so seine Strategie damit umzugehen. Vorausgesetzt ich bin„Ostwestlich (16) Störfelder“ weiterlesen
Neue Weiblichkeit…
…oder Gendern mal anders. Der Siebenjährige erzählt vom nachweihnachtlichen Familienbesuch bei einer befreundeten Familie. Er habe bis in die Nacht hinein mit Amali gespielt. “Und dann hat sie mich geküsst. Ich habe mich bei Mama beschwert!” Er möge das nicht, erklärt er. Ich lache laut – nein, natürlich nur nach Innen. Stunden später. Gespräch mit„Neue Weiblichkeit…“ weiterlesen
Nass statt weiß
Kurzer Anlauf, Sprung, platsch – es spritzt weitläufig ringsherum, einen langen Weg entlang. Meine Rettungsversuche gelingen nicht immer. Ein kleiner Teich reiht sich an den anderen. Die Kinder sind glücklich, übermütig, voller Erwartung. Wir schreiben den 24.12.2023. Der Juengere gibt sich aufgeklärt. Er beschreibt sachlich den weihnachtlichen Vorgang. Während die Aeltere, ihn zurechtweisend, das Christkind„Nass statt weiß“ weiterlesen