Sommer, Sonne, S-Bahn

Eine Verabredung mit kids&co am Tempelhofer Feld. Gestern sollten die riesengroßen kunterbunten Riesendrachen steigen. Das ist so ein erwachsenes Profiding. Alles andere war aber auch erlaubt.

Doch was hatte das Leben mit uns vor?

Es begann mit einem Sbahn-Ausfall wegen eines medizinischen Notfalls, passiert öfter mal. Die nächste überfüllte Bahn kam. Bald die Botschaft, dass sie nur einen Teil der Strecke fährt. Letztlich standen wir schon viel eher endlos auf freier Strecke. Polizeinsatz! Kommt auch öfter vor. Irgendwann und einige Chats weiter dann doch angekommen wird klar, was das Chaos ausgelöst hat: Ganz Berlin und umliegende Dörfer wie Potsdam waren dem Drachenwahn erlegen.

Während im kurzen Takt inzwischen von zwei Seiten Sbahnen einfuhren und Menschenmassen ausschütteten, wurden die Eingänge gesperrt. Für die Ankommenden hieß das etwa eine Viertelstunde Weg samt Kinderwagen, Rollatoren etc. bei gesperrten Aufzug und abgrundtiefen Treppen bis zum Ausgang. Dort konnten sie sich nahtlos dem riesigen straßenverstopfenden Pulk der Drachenfesteinlassbegehrenden (welch schönes deutsches Wortmonster!) anschließen.

Jetzt war der Polizeieinsatz klar: Ein großes Aufgebot regulierte diesen irregulären Menschenstrom. Mit unglaublicher Gelassenheit und Mobilfunk. Wenn mal eine kurze Pause der Sbahnankünfte eintrat, ließen sie schnell einen Pulk von unten nach oben, um dann schnell wieder die ganze Treppenbreite für die Ankommenden frei zu geben. Zwischendurch wurde der Bahnverkehr in beiden Richtungen an den davor liegenden Stationen gestoppt. So konnte dann doch mal eine größere Gruppe nach oben kommen.

Ich konnte eineinviertel Stunde nach meiner Ankunft die genervten Kids in die Arme schließen. Oben. Allen war die Drachenlust vergangen. Ein paar einzelne kleine Objekte sahen wir dann doch noch vom Bahnsteig am sommmerblauen Himmel schweben.

Am Ende noch eine Kartoffel-Quark-Orgie auf dem Balkon und Heimkehr im September-Dunkel

Ein Meisterwerk! Nicht nur die Polizisten und Bahnmitarbeiter blieben in diesem Chaos gelassen. Auch all die Menschen in Wochenendstimmung. Erstaunlich!

Nach reichlich zwei Stunden Sbahn-Abenteuer war ich mit Enkellady dann wieder zu Hause. Das Nachhausebringen derselben mit Rückweg vereinnahmte dann noch mal zwei schöne Stunden Bahnfahrt. Ohne Hindernisse, nahtlos. Also : Ein Nachmittag und Abend mehr oder weniger im Sbahn-Sound im schönsten Spätsommerfeeling.

Zum Abschied an der Haustür sage ich zum Kind: Zu Hause werde ich heute nur noch ins Bett fallen. „Aber vorher noch Zähneputzen!“, sagt mir die Zehnjährige. So ändern sich die Zeiten…

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