Der letzte Tag im Mai

Der letzte Tag im Mai, schon beinah Sommer, aber immer noch Frühling…ein besonderer Tag finde ich. Wie oft bin ich an diesem Tag im stillen oder bewegten Wasser geschwommen. Oft das erste Mal im Jahr, manchmal schon öfter bis dahin. Meine Lieblingsjahreszeit bevor es gnadenlos heiß wird.

Vor einem Jahr habe ich von einem Balkon auf ein hellblaues Blütenmeer geschaut. Ein unglaublicher Anblick, den ich nie vergessen werde. Málaga, Andalusien, an der Straße von Gibraltar. Bin ich im Mittelmeer an diesem Tag geschwommen? Ich weiß es nicht mehr. Meine beiden Begleiter(innen) hatten nicht so viel mit dem Wasser im Sinn.

Ich bin losgegangen, um ein paar Frühstücksleckereien zu besorgen. Mit meinen Spanisch-Unkenntnissen und meinem Großeinkauf habe ich eine beachtliche Schlange gezaubert. Ein freundliches „Sorry“ und ich habe mich aus dem Staub gemacht. Bin mit meiner duftenden Last durch die zauberhafte Altstadt gebummelt. Es roch nach Meer und Frühling…und dann hatte ich mich verlaufen. Zwei Ecken, die sich ähnelten und ich war weit weg von meinem Ziel. Ein Taxi war die Rettung und auch noch sehr günstig. Die Beiden da oben über den blauen Blüten hatten sich schon Gedanken gemacht. Ein schöner Empfang, ich war glücklich, wir waren schwatzend beisammen.

Der Tag endete mit einem Candlelight-Klavierkonzert in einem alten Kloster und dann noch in schwindelnder Hochhaushöhe mit einem mitternächtlichen Blick aufs Meer…Auch rückblickend noch mal ein Dankeschön an die Ideenhaber und Verwirklicher dieser schönen Zeit.

So begann mein letztes Vierteljahrhundert. Es könnte ein sehr bewegender Schlussaccord gewesen sein.

Doch nun ist das erste Jahr danach vorbei. Ein bewegtes und bewegendes Jahr. Mit der ganzen Pallette der Möglichkeiten zwischen Hoch und Tief.

Die zwei jüngsten Enkel wachsen heran in ihre eigene Welt. Das ist aufregend und spannend, schon allein beim Zuschauen. Wie schön, dass ich noch dabei sein darf.

Doch die Familie bleibt ein schwieriges Thema. Mein Schicksal…Wie auch immer, ich bin am Lernen und werde nicht alle Rätsel lösen können. Vielleicht in einem nächsten Leben. Jetzt fällt es mir nicht gerade leicht. Doch meine Lust am Ideenhaben und am Kreativsein ist ungebrochen. Damit lässt es sich leben…

Im Schlachtensee bin ich Gestern mit meiner Enkeltochter geschwommen…nichts als Wald und Wasser und Schwäne und vorwitzige Enten. Lebensfreude pur.

Mal sehen was ist, wenn das Kalenderblatt wieder einen letzten Tag im Mai anzeigt…

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