Seit längerem spuken Worte eines Handwerkers in meinem Kopf herum. Die lauteten in etwa so: Der Lehrling lernt die Regeln, der Geselle beherrscht sie. Und der Meister? Der braucht sie nicht mehr. Er hat sie vielleicht nicht vergessen, aber so verinnerlicht, dass er sie einfach hinter sich lassen kann. Dass er sie über den Haufen„Der Meister“ weiterlesen
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Ein Spätsommertag
Schmeichelluefte. Streichelluefte. Leicht bewegt. Mild warm. Das Gefühl von Aufgehobensein. Ein Tag wie leckerer warmer Grießbrei in Oma-Qualität oder so ähnlich. Der Fensterbogen von Wein umrankt. Zwei vorwitzige Sprosse haben sich durch das Fenster ins Zimmer gewagt. Ich vergesse für Momente die Krankenhauswelt und die Schmerzen. Was wird kommen, was bleibt…?
Himmel und Erde
ZWISCHENdeinen Augenbrauensteht deine Herkunfteine Chiffreaus der Vergessenheit des Sandes. Da hast das Meerzeichenhingebogenverrenktim Schraubstock der Sehnsucht. Du säst dich mit allen Sekundenkörnernin das Unerhörte. Die Auferstehungendeiner unsichtbaren Frühlingesind in Tränen gebadet. Der Himmel übt an dirZerbrechen. Du bist in der Gnade. So lässt sich eine ganze Biografie in so wenigen Zeilen bündeln. NELLY SACHS hat„Himmel und Erde“ weiterlesen
Fremdeln
Mein neues Pad ist sicher genial. Nur ich bin es nicht. Wir fremdeln miteinander. Es bleibt gelassen. Nur ich leider nicht. Nämlich dann, wenn ich, wie gerade, verzweifelt versuche, ihm auf die Schliche zu kommen. Seine ach so raffinierten, wahrscheinlich genialen Schliche. Dafür bin ich zu altmodisch gestrickt. Spannend ist, dass ich dabei mir selber„Fremdeln“ weiterlesen
Freuen
Heute Morgen weckt mich die Sonne. Vor mir zu Füßen ein riesiges Berlin-Panorama. Raetselspass in der Morgenstunde: Was ist was? Der vom Gewittersturm gestürzte riesige Oleanderbusch strahlt wieder aufrecht in voller Blüte. Ich freue mich auf mein Zuhause, auf den See und natürlich auf die Kinder, die leider bald für drei Wochen verschwinden werden.
Die verlorenen Kinder
N. ist vor drei Tagen 52 geworden. Die Älteste. Sie habe ich auch zuerst verloren. Verloren als Mutter. T. wird demnächst 44. Sie ist mir Stück um Stück abhanden gekommen. Sie lebt sehr nah und ist doch weit weg. Bei P., dem Dritten ist nur die räumliche Distanz groß. Was hat es mit mir zu„Die verlorenen Kinder“ weiterlesen
Alles leer
Der Kopf, der Magen, der Darm, die Taschen – alles leer. Selbst die Phantasie spaziert im Leeren. Doch vor meinem Fenster seit Tagen eine große strahlende Esche in sommerlicher Prächtigkeit. SIE füllt meine Leere.
In eigener Sache
Kann sein, dass ein paar Beiträge der letzten Zeit eine Dopplung erfahren haben. Im Entwurfsordner erschienen plötzlich Blogs, von denen ich sicher war, sie veröffentlicht zu haben. Wahrscheinlich: Mein Uralt-Laptop hatte sich plötzlich unwiderruflich verabschiedet. Kann sein, dass da einiges on air geholpert hat. Das wäre dann mein Beitrag zum beliebten Thema KI….(Künstliche Intelligenz –„In eigener Sache“ weiterlesen
Matschepampe
Ich bin sauer: Die zweite Erdbeerschale ist zur Hälfte ungenießbar. Ich öffne den Kühlschrank und in der 2. Etage schwimmt alles in Sahne. Die umherstehenden ökologisch wertvollen Pappschalen sind…Matschepampe. Wie auch die Erdbeeren. Alles Matschepampe. Ich fange an zu grinsen – innerlich und äußerlich. Ich liebe dieses Nichtwort. Es ist so herrlich lautmalerisch klangvoll, ausdrucksstark„Matschepampe“ weiterlesen
Randbemerkung 26
Ich stelle mir vor: Zwanzig Menschen in einem großen Raum. Jede/r hat einen Knopf im Ohr. Jede/r hört sein Lied. Das Lied seiner Augenblicks-Stimmung. Und tanzt… Ich glaube, das könnte ein großartiges Erlebnis werden. Wer macht mit?