So gegen 5 Uhr Morgens sind noch Vogelstimmen zu hören. Dann erst wieder so gegen 21 Uhr. Denn um 7 Uhr setzt so langsam der Gesang der Baustellen ein. Erst von der aufgerissenen Straße, etwas später auch von der Fassade gegenüber. Allmählich scheinen sie sich übertönen zu wollen. Doch gegen 10 Uhr kommen die Kita-Kinder„Geräuschvoll“ weiterlesen
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Sozusagen sozial
Ich frage mich gerade, wozu wir eigentlich Sozialwissenschaften und Ähnliches brauchen. Denn was sie erforschen und erkennen, müsste eigentlich Politik und Wirtschaft antreiben. Das ist nichts, das weit weg vom Alltag philosophiert wurde – das zeigt Alltag, seine Tendenzen und seine Herausforderungen. Und die Ansätze für Veränderungen, für Taktik und Strategie. Wie gesagt „müsste“ und„Sozusagen sozial“ weiterlesen
Farbenspiel
Es war so ein freundliches Wortgeplänkel. Um Kleidung ging es. Ich: „Rot trage ich gern.“ Das Gegenüber: „Du bist eben Rot.“ So, oder so ähnlich der Wortwechsel. Das wars dann auch zum Thema, der allgemeine Small-Talk ging weiter querbeet. Jenen Satz habe ich erstmal abgeschüttelt – Selbstschutz wahrscheinlich. Doch er verfolgt mich seitdem. Ja, ich„Farbenspiel“ weiterlesen
Menschenleer
Früher Nachmittag. Ich stehe an einer Ampelkreuzung. Ringsherum an allen vier Übergängen kein Mensch. Nur ich. Doch die Straße ist überfüllt. Auf allen vier Fahrbahnen reiht sich Auto an Auto. Durchatmen verbiete ich mir. Mit schlechtem Gewissen drücke ich auf den Haltewunsch an der Ampelschaltung. Ich könnte ja Siegergefühle und einen Machtrausch entwickeln. Weil: Ich„Menschenleer“ weiterlesen
Wieder mal: Zwischen den Welten
Wie groß ist die Kluft eigentlich zwischen meinem kleinen idyllischen Rückzugsort mit dem Blick über die Dächer der Weltstadt Berlin und dem Weltenwandel in unmittelbarer Nähe und transatlantisch. Noch ist doch alles immer so wie es schon immer war. Auch wenn so etwas wie ein bedrohliches Damoklesschwert in großer Höhe über uns zu schweben scheint.„Wieder mal: Zwischen den Welten“ weiterlesen
Alterslos
Ich fühle mich ziemlich alterslos. Ein Satz, den mir viele meiner Generation (plusminus) schon bestätigt haben. Jungsein ist ein Lebensgefühl, an das sich alle erinnern. Ist das Alterslos-Gefühl vielleicht die Alternative fürs Älterwerden? Das innere Chaos der Jugend hat sich so etwa in Zehn-Jahresschritten gelegt. Ist gepolstert worden mit Lebenserfahrung. Eine gewisse Leichtigkeit hat sich„Alterslos“ weiterlesen
Zeitlosigkeit
Der Blick aus dem hohen dritten Stockwerk auf ein leuchtend blaues Blütenmeer. Riesige Jacarandabaeume rahmen den Platz da unten ein. Ein Weltenwechsel. Vom ziemlichen Norden in den ziemlichen Süden. Und noch mehr: Zeitenwechsel. Auf dem Platz sitzt Picasso auf einer Bank. Der bronzene P. lebt weiter in seiner Geburtsstadt. Ein paar hundert Schritte vorwaerts lädt„Zeitlosigkeit“ weiterlesen
For ever: Werdend
Das Gewordene ist mehr geworden, aber das Werden hört nicht auf. Im Alter. Ich bin auf der Suche, mal wieder oder wie immer. Sagen wir mal so: Das Frausein, die weiblichen Fähigkeiten haben sich in den letzten Jahren ein bisschen mehr ins allgemeine tägliche Bewusstsein gedrängt. Ich sage bewusst „ein bisschen mehr“, weil ich einen„For ever: Werdend“ weiterlesen
Inmitten
Mittig, mittendrin, inmitten, mittellos, mittelbar, vermittelt und vermitteln, unmittelbar, bemittelt, unbemittelt, Mittelding, mittenmang, mitmachen, mittlerweile, unvermittelt, Mitleid… Wie nah sind sich die Mitte und die Mittel und einfach das Miteinander?
Ostwestlich (17) Ich bin verzweifelt
Je mehr ich versuche, meine (Lebens)Geschichte zu teilen desto mehr Unverständnis, beinahe Aggression provoziere ich im Raum – ungewollt. Ich bin verzweifelt. Was ich erlebe? Ich bin meiner Geschichte beraubt. Ein nicht mehr vorhandenes Land DDR, in dem ich die ersten vierzig Jahren meines Lebens verbracht habe, existiert nur noch aus altbundesrepublikanischer Sicht und Deutungsweise.„Ostwestlich (17) Ich bin verzweifelt“ weiterlesen