Meer-Ergänzung, heute

Und über mir kreist eine unglaublich weiße Möwe. Einsam und allein. Schon eine ganze Weile. Sie kreischt nicht, wie die meisten aus ihrer Sippe. Sie erzählt… Wie schade, dass es keine App zur Übersetzung der Möwensprache gibt.

Das Paradies so nah. Ich fühle mich in der Schöpfung und inmitten der Elemente geborgen. Und vergesse erst einmal, was mich ein wenig später in den Tagesnachrichten einholen wird.

Karfreitag

Das Wetter, so wie es sich für diesen Tag gehört. Grau, dunstig, Nieselregen. Ich will Kunst. Kunst an der Ostsee. Und bleibe an bunten Haustüren, farbigen Häusern mit Reetdächern hängen. Am Ende lechze ich nur noch nach Wärme, nach etwas Wärmenden. So gegen 10.30 Uhr scheint genau das ein Unding. Bis ich die Bäckerei entdecke mit einem gemütlichen Café…und komme langsam zu mir. Für die Kunst reicht es nicht mehr. Der Bus fährt etwa im 90-Minuten-Takt. Ich muss mich sputen. Born auf dem Darss. Ein gelungener Ort.

Noch mehr Meer

Ich bin durch den Wind. Keine Redewendung, sondern Wirklichkeit. Alles weggepustet aus dem Kopf. Manchmal sagt man etwas einfach so dahin, ohne es direkt einmal erlebt zu haben. Mein erstes Mal, dass der Wind Sieger bleibt.

Auch mein erstes Mal: Mister Wind verwandelt den Meeresschaum in Schneegestöber, das über den Dünenweg weht. April, April! Nein, so war’s heute.

Und ich weiß immer noch nicht, ob ich angekommen bin…

Das Meer

Es ist wild. Ab und zu ungezügelt. Jeden Tag neu. Es ist ein Bild und ist voller Bilder. Es ist Magie pur. Am schönsten ist es bei Sonnenuntergang. Eine Silberspur breitet sich dann vom Horizont her aus. Schon einige Kilometer vor der Küste kommt mir sein betörender Duft entgegen. Er lockt mich… Und dann stehe ich am Strand und höre ein ganzes Orchester. Jetzt bin ich endgültig Gefangene eines Naturwunders. Alles fällt von mir ab.

(Noch nicht) geglückt

Ich lebe in Sprachlosigkeit, in Hilflosigkeit, in Ausweglosigkeit.
Ich möchte flüchten. Wohin auch immer – nach Innen, weit weg an den Ort Nirgendwo.

Weil nicht auszuhalten ist, wie ein Mensch (Mensch?) die Welt am kurzen Band in Schach hält. Mörder, Massenmörder. Fangt ihn mit vereint Kräften, macht ihn unschädlich! Das Morden und Zerstören muss aufhören.

Könnten wir nicht endlich anfangen, die Geschichte neu zu schreiben. Die Geschichte von Völkern, denen Frieden und Liebe über alles geht. Völkern, die keinen Herrscher- und Machdämonen mehr verfallen, die staunend voneinander lernen.

Aber, ich verzweifle: Wie soll das gehen, wenn Nachbarn sich auch im Kleinen immer wieder bekriegen. Der Friede zu oft schon am Gartenzaun und der Tür zum Nachbarn endet. Die Liebe im Notfall, bestenfalls, gerade für die eigene Familie reicht. Das Andersein der Anderen zur ultimativen Herausforderung wird.

Das Große spiegelt sich im Kleinen. Lasst uns wenigstens dort anfangen, der Hoffnungslosigkeit zu begegnen.

Die zwölf Tugenden zeigen uns den Weg. Es muß doch mal glücken. So wenig und doch so viel.

(Zwölf Tugenden im mittelalterlichen Sprachduktus. Wem es zu tugendhaft ist, der darf auch von Lebensmaximen oder inneren Werten sprechen. Das wären, mal wieder: Starkmut durch Zucht, Reinheit, Milde, Treue, Das rechte Maß, Sorge, Scham, Bescheidenheit, Stetigkeit, Demut, Geduld, Minne/Agape* Nachfragen erwünscht.)

Der Dostojewski hat‘s in sich, aber ich schäme mich, weil der Gedanke mir nicht fremd ist. Zynisch, wirklichkeitsnah oder…

Mörder

Krieg ist Mord. Massenmord. Wer einen Krieg anzettelt, der ist ein Mörder. Ohne Einschränkung. Was geschieht mit Mördern? Die Gesetze sind – fast weltweit – strikt. Auf jeden Fall lautet die Antwort: Wegsperren, die Mitmenschen vor ihnen, den Mördern, schützen.

Warum wird immer noch überall respektvoll von „Präsident Wladimir Putin“ gesprochen? Und nicht von einem Mörder, der schnellstmöglich dingfest gemacht werden muss?

Wir leben im 21. Jahrhundert. Die Zeiten der Diktatoren, Tyrannen, blutrünstigen Eroberer sollten endgültig vorbei sein.

Randbemerkungen 21

Das Herz ist nichts anderes als eine Pumpe.

Keiner kann beweisen, dass es eine Seele gibt.

Der Mensch stammt vom Affen ab.

Die Erde ist eine Scheibe.

Fast alles 21. Jahrhundert. Fast.

Krankenhaus-Reflexionen.

Nicht verrückt machen lassen und schauen, ob das eigene Herz am rechten Fleck sitzt.

Die Pumpe aus Stein? Oder;Mein Herz darf größer werden und mich lebendig sein lassen