Quervisionär

Ich habe über den Jahreswechsel zwei dicke Bücher am Stück gelesen. Mein Blog musste warten. Doch jetzt beginnt mein Neues Jahr. Allovertoday soll wieder zur ungeregelten Regelmäßigkeit werden.

Es sind zwei Biografien, von denen ich fasziniert bin: Steve Jobs und Elon Musk. Zwei Verrückte. Herrlich Verrückte, weil sie sich und ihren Ideen treu geblieben sind und bleiben. Gnadenlos verrückt sind sie alle beide und bedingungslos in ihrem Wollen. Im Sozialen sind sie für ihre Umwelt oft schwer erträglich. Trotzdem fühle ich mich zu beiden total hingezogen.

Ich habe mich schon lange gefragt, warum ich meinen Mac und mein iPhone liebe und mich seit 30 Jahren trotz aller finanziellen Anfechtungen nicht trennen möchte. Ich bin der Antwort nahe gekommen, doch jetzt weiß ich sie. Es ist dieses absolut Stimmige von Innen und Außen, von technischer Faszination und äußerer Schönheit, die eben mehr als nur Äußerlichkeit ist. Diese beiden Seiten sind beim Mac und beim iPhone ganz und gar harmonisch verschmolzen. Das eine behindert das andere nicht, es dient sich gegenseitig und wird eins. Und nun weiß ich, dass Steve Jobs alles daran gesetzt hat, genau diesen Anspruch immer wieder zu verwirklichen und durchzusetzen – oft gegen vermeintliche wirtschaftliche Vernunft, gegen Widerstände der Pragmatiker. Es war ihm egal. Er konnte und wollte nicht anders. Reich sein war nicht sein Thema. Aber die Vision, etwas wirklich in seinem Sinne perfekt zu machen.

Bei diesem Anspruch finde ich mich selbst wieder. Meine Umgebung, Dinge, mit denen ich mich umgebe, müssen schön sein und Ästhetik erlebbar machen. Jedoch eben nicht um einer Schönheit-Pur willen. Sondern weil wir uns begegnen und miteinander kommunizieren können. Weil das Außen und Innen die Dinge beflügeln und den Alltag erleichtern, weil sie alles besser lebbar machen. Es muß etwas für mich Organisches werden, alles zusammen. Meine Augen wollen nicht stolpern und meine Seele und mein Verstand auch nicht.

Bei Musk kommt noch eine Dimension dazu. Die Raumfahrt fesselte ihn von Kindheit an und all die damit verbundenen Science Fiction Geschichten. Er entwickelt mit 12 sein erstes ziemlich komplexes Videospiel und macht bis heute weiter. Er kann Technik, komplex sehen und denken. Von Paypal, einer vereinfachenden Internet Zahlmethode, führt ihn sein Weg zum Tesla-E-Auto, zu SolarCity und zu SpaceX, seine Unternehmen. Alles ist miteinander verzahnt und erneuert sich tagtäglich: die schönen Luxus-E-Autos sollen bezahlbarer werden und die Raketen, die Raumstationen versorgen und Satelliten auf den Weg bringen, preiswerter. Er hat davon schon einiges realisiert. Raketen, die wieder verwendbar sind, wurden bereits entwickelt. Sein privates Unternehmen hat den staatlich gesponserten Raumfahrt-Unternehmen gezeigt, dass es viel billiger gehen kann. Tesla ist dabei, flächendeckend Solartankstellen zu bauen, kostenlos für die Tesla-Autos.

Der Weg zum Mars beflügelt heute Musk und viele seiner Ingenieure. Allesamt wollen alle mehr, als einer Alltagsroutine zu dienen und ein bißchen reich zu werden. Das Geld bleibt Mittel zum Zweck. Musk weiß, was es heißt am Rande eines großen Konkurses zu stehen und riesige technische Hindernisse zu überleben…und ist heute der reichste Mann der Welt – was ihn wahrscheinlich wenig interessiert. Er ist ein von seinen Visionen Getriebener für den es nie ein Aufgeben gab und gibt, ob mit oder ohne Geld.

Im Umfeld eines solchen Menschen zu arbeiten, dürfte niemals einfach sein… Es sei denn, ich hätte den gleichen Anspruch und kann mit einem solchen Tempo und solchen Herausforderungen mithalten. Es geht um dieses „Geht nicht, gibt es nicht“. Jobs und Musk haben sie vorgelebt, diese gnadenlose Bedingungslosigkeit. Und haben Dinge in die Welt gebracht, die lebendig sind und Lust auf Zukunft machen. Ich habe gerade das Bedürfnis, die beiden quervisionär zu nennen. Sie sind Querdenker in ihrer, unserer Zeit, so wie ich sie mir wünsche. Solche, die in der Welt gefragt sein sollten. Solche, die stets etwas zum Besseren unserer Welt gewollt haben und wollen. Jobs Kreationen leben weiter, er nicht mehr, Musk steckt mitten im Tun.

Bei beiden finden sich auch viele Ansätze, die gegen Corona und für eine Umwelt im Gleichgewicht arbeiten. Meine Gedanken purzeln gerade inspiriert durcheinander, ich werde sortieren und auf dieses Thema zurück kommen.

Steht unsere Welt Kopf? Müssen wir sie wieder auf die Füße stellen? Oder selbst mit Kopf stehen, um einen Perspektivwechsel zu gewinnen?

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