Ironie liegt mir nicht…

…wollte ich eigentlich schreiben.

Aber so ganz stimmt das auch nicht. Doch von vorn.

Ausgelöst wurde das neuerliche Nachdenken darüber durch die „Allesstillegen“-Aktion der Schauspieler. Sie haben es ganz schön krachen lassen, am meisten unter den MItmenschen. Jetzt habe ich mal angefangen, mir etwas mehr davon anzuhören. Irgendwie ist das Kunst, was da serviert wird. Auch irgendwie witzig. Meist ironisch, auch sarkastisch. Stimmen aus dem Air, dass seit einem Jahr zwangsweise lahmgelegt wurde, aus Regionen der Kultur, der Kunst, der Kleinkunst. Zu letzterer zählen, glaube ich, Kabarettisten. In dieses Metier passen die Trailer ganz gut. Ich gehe eher selten ins Kabarett. Ich kann mich an intelligentem Wortwitz, an Zuspitzungen freuen. Manchmal sind da auch Aha-Erlebnisse, also Erkenntnisse dabei. Eher ist es für mich die Chance, richtig laut und aus voller Kehle zu lachen. Das klappt bei gekonntem Klamauk, Situationskomik…und ich glaube auch bei manchen Kabarettisten. Tendenziell solchen, die das Wohlwollen mit der Welt trotz bissiger Satire trotzdem noch vermitteln.

Im Alltag passiert lauthals Lachen sehr selten. Leider.

Aber ich gehe auch längst nicht mehr häufig ins Kabaret, eher sehr selten… Weil ?

Ich suche Antworten auf das, was mir in der Welt und auf das, was mir um mich herum begegnet. Keine fertigen Antworten, sondern Anregungen zum Weiterdenken. Da sind mir persönlich Ironie und Sarkasmus selten hilfreich. Ich möchte wissen, was Sie oder Er wirklich meinen. Ich möchte in dem Moment nicht Nachdenken, ob das jetzt 1 zu 1 gemeint war oder ironisch-sarkastisch. Wahrscheinlich habe ich an dieser Stelle eine blinde Stelle, eine Unfähigkeit, die ich nach einigen Lebensjahrzehnten nicht mehr eliminieren kann. Soweit so…na ja. Gut eben nicht.

Aber: Ich ahne langsam, was mich der „Allesdichtmachen“-Aktion nicht so zugeneigt gemacht hat. Ohne ängstlich zu sein, habe ich Angst vor denen, die da ohne Masken mal volksfesthaft, aber zunehmend agressiv in Erscheinung treten. Zunehmend leider nicht mehr nur verbal. Die verdeckte kleine Chance, das alles als Gesprächsangebot zu betrachten, verschwindet für mich durch zunehmend demonstrierte physische Gewalt und Aggression. Nein, es sind prozentual zur Gesamtbevölkerung nicht viele, aber sie sind laut. Und weil es so schwer ist derzeit, das ganze vielfältige Unbehagen auszuhalten und in Worte zu fassen, sind alle diese Demonstrationen ein befreiendes Ventil für so viele. Auch die Aktion der 50 Schauspieler, die ich respektiere, wirkt so.

Doch ich glaube, es führt in die falsche Richtung, weil es leider die stärkt, die mir wirklich Angst machen. Das sind, so sehe ich es, durchaus die, die das Potential geschaffen haben, das einst ein 1933 möglich gemacht hat. Sorry, das war drastisch.

Bitte lasst uns Antworten finden, die beweisen, dass in 2021 ein neues Potential da ist, das andere Prozesse befördert und möglich macht.

Politik ist fehlbar, wie wir alle fehlbar sind. Doch bitte übt konstruktive Kritik! Immer! Die Pandemie hat viele unserer Mankos sichtbar gemacht, die großen und die kleinen. Das wäre dann der sogenannte Krankheitsgewinn.

Es könnte ja sein, dass wir in zehn, zwanzig Jahren in einer viel friedlicheren Umwelt leben, in einer Welt, die aufatmet, weil einer an den anderen denkt. Und alles Gute seinen Platz und Raum hat.

War das jetzt Sarkasmus, Ironie oder naiver Idealismus…???

Bitte selbst entscheiden!!!

Diese Karte von Visual-Statments hatte es mir vor langer Zeit angetan. Eigentlich wollte ich sie weitergeben, doch sie wandert von einem Stapel zum anderen, nur nicht in die Ablage…

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