Mein Phantasiegeschöpf: Der unpolitische König

Vor einiger Zeit habe ich mal von meinem Traum von einem weisen König erzählt. Das hat einige Missverständnisse hervorgerufen.

Ich bin so müde vom Gerangel in der Welt und direkt vor meiner Haustür. Gerade komme ich aus einer Lächeln machenden Ausstellung mitten in der Stadt. Kartenvorverkauf, Test – alles hat geklappt, – Maske auszuhalten. Endlich gehts wieder. Ich fühle mich wohl.

Und dann: Ein riesiges Polizeiaufgebot. Überall mitten in der Stadt. Das Regierungsviertel komplett abgesperrt. Spaziergänger bewegen sich von allen Seiten Richtung Brandenburger Tor. Die Dialekte deutsch querbeet. Eine seltsame Atmosphäre. Kein quirliger Touri-Auflauf. Es könnten Familien sein, die sich in Feiertagslaune zu einem Pfingstspaziergang in Berlins Mitte aufgemacht haben. Könnten… Die Stimmung ist eine andere. Schwer zu beschreiben. Vielleicht unterschwellig aufgekratzt oder so ähnlich. Ich fühle mich nicht mehr wohl. Und bin froh als mein Bus kommt.

Wie könnte ein so kompliziertes Gebilde, wie es ein Staat ist, nur regiert werden? So, dass alle Interessen ihren Raum haben, so dass alle ihren inneren Frieden finden können, so dass produktive Kreativität daraus wachsen kann? So dass Widerspruch nicht nur erlaubt ist, sondern er auch von allen Seiten gewollt ist und produktiv für alle wird.

Möglich, dass ich von einer Illusion rede. Sehr wahrscheinlich sogar.

Jetzt kommt mein weiser König der Neuzeit ins Spiel. Ich meine keinen absolutistischen Herrscher im regenbogenfarbenen Gewand. Was mir vorschwebt, das ist ein Gremium von klugen, lebenserfahrenen Menschen. Sie sollten aus allen Gebieten kommen, die für ein gemeinsame Miteinander-Leben wesentlich sind. Also, Personen, bei denen Expertenwissen und Lebenserfahrung und – na ja, auch eine gewisse Selbstlosigkeit zusammen kommen. Mein König wäre dann sozusagen der Moderator, der im Notfall auch mal das letzte Wort haben darf. Diese Menschen könnten dann vorleben, vormachen wie Gemeinschaft geht, gehen könnte.

Wählen würde ich dann einzelne Personen und den „König“. Ich dürfte ergänzende Vorschläge machen… Das Parteien-Gerangel wäre dann endlich vorbei.

Nur die Könige durften durch das mittlere Tor gen Stadtschloss oder gen Sansscouc – heute gehen wir alle durch die Mitte…

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