Ostwestlich (3)

*(Nun ist das mühsam Ausgegrabene zum zweiten Mal verschwunden, jetzt lasse ich (2) aus und mache (3) draus. Vielleicht klappt das. Bild geht gar nicht.)

Meine Gedanken sind frei, befreit. Ich kann diesen Blog nach meinem Gusto schreiben. Ich hoffe, das bleibt auch so. Keiner hindert mich daran. Es hat keine Folgen. Vielleicht abgrenzendes Schweigen, möglicherweise auch stilles Einvernehmen. Auch mal Zustimmung und auch Widerrede. Die letzten beiden Varianten habe ich sehr gern, beide. Da wird es lebendig und versargt(!) nicht im endlosen IT-Universum.

Wenn ich in den letzten 30 Jahren Befreiung und Befreitsein erlebt habe, dann ist es genau das.

Keiner schreibt mir vor, was ich zu denken habe. Oder versucht es. Ich kann nicht nur leise denken, sondern auch aussprechen was ich denke. Egal wo, es hat keine Folgen und meine Profession wird nicht in Frage gestellt, wenn ich es tue. Ich kann lesen, was mich interessiert. Es ist kein Problem, ein Buch, eine Zeitschrift zu bekommen, wenn’s mich interessiert.

Ich muß nun schon lange nicht mehr in vorgeschriebenen Bahnen denken, wie es im Osten Deutschlands eingefordert wurde. Zwischen 20 und 30 habe ich mich darin versucht. Ich wollte ja eine bessere deutsche Republik, die es zu schützen galt. Der Kalte Krieg tobte tatsächlich. So jung, wie ich war, konnte ich es ja nicht besser wissen als die Älteren und Alten – dachte ich. Ich habe meine Kompromisse gemacht. Aber, ich hatte Fragen, viele Fragen. Dass die auch nicht erwünscht waren, das hat mich zuerst verstört und dann zunehmend wütend gemacht. Das Aufbegehren in nächtlichen Selbstgesprächen, in familiären Disputen begann. Es erweiterte sich auf den engsten Kollegenkreis. Ich war so unbedarft ehrlich, wie ich es auf gewisse Weise noch heute bin. Immer deutlicher habe ich ausgesprochen, was ich dachte, was mich bewegte.

Ich habe mal versucht zu Ende zu denken, was mir geschehen wäre, wenn nicht die im vorigen Blog zitierten Mehrheiten, gewonnen hätten.
Doch so etwas war und ist müßig und schürt nur ungute Gefühle. Die bringen niemals weiter. Dennoch, eine Frage tauchte damals wie heute auf: Was kann ich, was können wir tun, um derartige Strukturen aufzubrechen? Es blieben vor allem Fragen, es gab kaum Antworten.

So wie heute, wo unsere Gesellschaft in Gefahr gerät, aus dem Ruder zu laufen. Die einzige Antwort, die damals für mich taugte: Ich bleibe mir treu und muss mir am nächsten Tag noch selbst in die Augen schauen können. Und: Ich tu, was ich kann – im Rahmen des Möglichen.

Wer heute von einer Impfdiktatur spricht und Vergleiche zieht, … Dem kann ich mit diesen beschriebenen Erfahrungen nicht folgen.

Was ich mit Sicherheit seitdem dazu gewonnen habe und davon spreche ich: Die uneingeschränkte Freiheit der Gedanken. Wenn ich an Freiheit denke, dann ist diese Freiheit die fassbarste und realste für mich. An alles andere glaube ich nicht, da wir in einem menschlich, sozialen Gefüge leben. Wie gut! Das aber heißt für mich, ich kann nicht meine Freiheiten pur leben. Ich habe Verantwortung, für alle, die mit mir und um mich sind.

Die Gedanken sind frei,

wer kann sie erraten,

sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten.

Kein Mensch kann sie wissen,

kein Jäger sie schiessen mit Pulver und Blei:

Die Gedanken sind frei!

(Fassung von Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1. Strophe. Spuren dieses Textes lassen sich zurück bis zur Antike verfolgen. Mit dem aus dem Schlesischen stammenden Volkslied bekommen die Gedanken ihren ebenbürtigen Gefühlspartner – was so nur Melodie und Dichtung vermögen, ermöglichen.)

„…wien Vogel“ von Arnim Müller-Stahl – jetzt nachgereicht, mit dem Smartphone hat auch das noch geklappt

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