Einsam, gehorsam, duldsam…

aber auch wirksam, unterhaltsam und wundersam, langsam. Die letzten beiden „Sams“ gefallen mir. Ich lass sie mir auf der Zunge zergehen: Wundersam langsam. Das wäre doch irgendwie unsere Zeit gegen den Strich zu bürsten. Diese unaufhaltsame, mitteilsame Zeit, die sich scheinbar nicht mehr bremsen lässt und uns davon läuft, der wir atemlos hinterher hecheln. Und dabei einsam werden, während wir uns gehorsam duldsam fügen.

Oder auch nicht. Wenn das Hinterherlaufen aufhört, müssen wir unser eigenes Tempo finden und damit dem Zeitgeist standhalten. Bei uns bleiben. In der Einsamkeit.

EIN-SAM, nicht zweisam. Bei mir sein, mit mir sein. Bin ich dann einsam? Einsam, was in der Regel meint: allein gelassen, verlassen, isoliert.

Ich jedenfalls bin’s nicht.

Aber wir sind doch soziale Wesen, höre ich dann die Stimmen rundherum.

Kann ich denn sozial sein, wenn ich nicht mit mir Eins bin, EINSAM? Ich bin überzeugt, dass erst dann die heute so gern beschworene Achtsamkeit wirksam wird, gedeihen kann, aber auch das Unterhaltsame.

Das war also mal ein kleiner Ausflug in die so reiche deutsche Sprache. Und in den Zeitgeist, der so gern im leicht depressiven Unterton von der großen Einsamkeit in unserer Zeit spricht.

Wie wär’s also mit „wundersam langsam“ als ersten Schritt in die Einsamkeit aus der dann auch ein Vielsames entstehen kann. IMG_0939.jpegIch finde das verheißungsvoll – auch empfindsam, manchmal bin ich da auch ein bißchen furchtsam.

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