Überfluss

Es wird spannend. Da ein neuer Überfluss, nämlich an Zeit. Dort ein neuer Mangel an etwas bisher absolut Selbstverständlichen: Toilettenpapier. Das sind doch Phänomene die eine nähere Betrachtung lohnen.

Lassen wir mal aktuelle physische und zu ahnende kommende materielle Existenzprobleme einen Moment draußen vor.

Das mit der Zeit verlockt zu Gedankenspielen. Plötzlich ist etwas reichlich da, was immer ziemlich knapp war. Wie viele haben sich danach gesehnt, mehr Zeit zu haben. Wozu?Was wollten wir eigentlich damit anfangen.?

Zur Ruhe kommen. Okay. Ich widerspreche: Zur Ruhe kommen, indem die nächste Reise, das nächste Event geplant wird.  So sah es doch meist aus. Wir stellen dann fest: Wir waren schon fast überall und die Feste waren selten das Gelbe vom Ei.

Aber irgendwie will die Zeit ja gefüllt und die Vorfreude bedient werden. Es sollte doch etwas geben, ein Ziel auf das ich freudig, erwartungsvoll hinschauen kann. Dabei gerät mir der Augenblick schon wieder ins Vergessen. Doch draußen scheint gerade die Sonne am Abendhimmel so wunderbar, so besonders. Im See die Spiegelungen haben jetzt eine ganz neue Qualität.

Dem Enkelkind hat das neue Lebensjahrsiebt auch ein ganz neues Lächeln auf das Gesicht gemalt. Wenn ich da hin schaue, bin ich ganz froh, wird mir warm. Genau genommen gibt es hundert solcher Momente am Tag – wenn ich Zeit habe. Wenn ich mir Zeit dafür nehme. Das klappt nicht so gut und wird schwierig, wenn ich mit den Gedanken schon bei nächsten Tag, Monat bin. Wenn ich den Zukunftsängsten, viel Raum gebe.

Jetzt aber haben viele von uns so viel Zeit, daß Platz für alles ist. Während ich mir sicher bin, dass materieller Überfluss alle Kreativität tötet, bin ich gleichzeitig überzeugt dass in einem Überfluss an Zeit ein riesiges Potential an Kreativität steckt. Zeit gibt mir Raum zum Nachdenken, zum Verknüpfen von dem, was in mir ruht. Zum Nachdenken über die Frage „Wie soll die Welt aussehen, in der ich leben möchte?“ Wenn ich das vor mein inneres Auge stelle, kommt es zwangsläufig zur nächsten Frage: Was muß geschehen, damit das möglich wird? Und dann: Was wäre der nächste notwendige Schritt dahin? Daraus: Wie wäre das aktuell machbar?

IMG_2200Das wäre vorerst der innere Weg von der Vision in der Ferne zu den Schritten im Alltag. Jetzt. Ich glaube, darüber sollten wir uns austauschen. Unbedingt.

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