Das war leichtsinnig

Keine Randbemerkung. Ich sollte den Bärenfänger nicht beschwören, indem ich ohne Notwendigkeit seine Mission würdige – wie gestern geschehen.

Ich bin gerade noch in der Erholungsphase. Der Schreck sitzt mir im ganzen Körper.

Die Situation: Ein halbes Stündchen Mittagspause auf dem Sofa mit Buch und Telefon. Ich höre ein Geräusch, nein, wie Maus klingt es eigentlich nicht. Ich lausche: War es mein Bauch? Kann sein. Ich lese weiter…

Pause beendet. Ich bringe die Kissen wieder in eine ansehenswerte Form und schaue, einer Eingebung folgend, noch mal kurz dahinter. Was da liegt ist ein kleines braunes Fellbündel. Es springt erst auf, als ich großstadtkindgemäß kreische. Ich habe auf einem Eichhörnchen gelegen. Die ganze Zeit. Meine Ohren und meine mäusegeplagte Phantasie haben mich nicht betrogen.

Zumindest weiß ich jetzt sicher, dass meine Ohren noch nicht die Schlechtesten sind und das Hörgerät noch warten darf.

Ich habe die Balkontür aufgerissen. Und da es nicht flüchtete, bin ich mit hinter mir verschlossen Türen in die Nebengemächer geflüchtet. Ich hoffe, mein Schrei hat es so erschreckt, dass es doch wieder ins vertraute Nest geklettert ist.

Aber sicher bin ich mir nicht. Draußen regnet’s, stürmt’s und donnert’s. Dieses kleine Eichhörnchen hat sich offenbar sehr wohlgefühlt und meine mütterliche Wärme genossen. Mein Gefühl ist, dass ich kurz am Herzinfarkt vorbei bin. Was tut man nicht alles für Eichhörnchenkinder.

Ein Balkongast im Winter

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