Eine Sommer-Reminiszenz

Für mich war der Sommer lang und schön. Mit nur kurzzeitigen und kurzweiligen Ausnahmen fand er zu Hause statt. Inzwischen reifen auf dem Balkon die letzten süßen Himbeeren im rundherum noch üppigen Grün. Der Herbst hat schon ein paar Mal deutlich „Hallo“ gesagt. Mein „Keine Lust“ hat er zumindest am Sonntag noch mal erhört und gehörig Sonne geschickt. Ansonsten kann er auch nicht anders als heute. Es ist Mittwoch, immer noch September und schon am Vormittag ist es so grau, nass und dunkel wie im tiefsten November. Also üben für das, was da unvermeidbar kommen wird.

Als ich nachdachte, was mir der Sommer so alles beschert hat, hatte ich Mühe, alles zusammen zu bekommen. Also, dachte ich mir, werde ich mich mal an einer Aufzählung der Ereignisse versuchen.

Der Juni (inclusive Noch-Frühlings-Vorzimmer) begann mit der Gemäldegalerie und einer berührenden Ausstellung zur Spätgotik. Es folgten:

Rembrandt und der Orient im Barberini,

das Staatsballett auf der Spree von der Hansa-Brücke erspäht – modern und Schwanensee,

das Beste aus der Macht des Schicksals, grandioser Verdi, in der Deutschen Oper inside,

Lenes erstes Klaviervorspiel – erwärmend,

mein erstes Mal Waldbühne, mit den Philharmonikern,

irgendwann dazwischen im Gropiusbau YAYOI KUSAMA’s Lebenswerk, äußerst vergnüglich (da meine Kondition nach zwei Dritteln versagte, wollte ich noch mal, was scheiterte, weil sich das Vergnügen weltweit herum gesprochen hatte),

auch ein ganzes Mal Kino (Ich bin dein Mensch) – fand ich ziemlich anregend,

und noch einmal Waldbühne mit Barenboim und seinem Orchester, der Himmel spielte vielfarbig wunderbar mit,

ein Besuch in der endlich wieder eröffneten Neuen Nationalgalerie mit einer vielseitigen, inspirierenden Auswahl aus den eigenen Beständen,

dann ein noch sommerliches Highlight auf dem Parkdeck der deutschen Oper „Greek“, das Ödipus-Thema neu, schrill und köstlich neu aufgelegt,

drei Annäherungsversuche an das neue Schloß, sprich Humboldtforum (ohne Kommentar),

einmal mit und einmal ohne Kind im Gründerzeitmuseum der Charlotte von Mahlsdorf… und

einmal Schlössernacht mit der Achtjährigen im Park von Sanssouci, ohne Prinzessinnen-Traum in Tüll und trotzdem bezaubernd, das Kind und der Park (ihre, für diesen Anlass merkwürdigen, Gummistiefel hatten gegen 22 Uhr ihr Gutes als Regen den Abend abrupt beendete)

Dazu meine drei Kurzreisen, alle drei gefühlt lang:

Basel/Dornach mit drei Tagen Faust am Goetheanum und als Sahnehäubchen die Fondation Beyeler in Riehen – ein unvermeidbarer Lieblingsort und natürlich Philipp und Martje,

Leipzig mit der Achtjährigen und dem Opa, neben Schwimmen auch ein bißchen Stadtgeschichte im Kindermuseum plus dem Brocken Völkerschlachtdenkmal,

Ottersberg bei Heike mit ganz viel Kunst in Worpswede und einer schönen Raphael-Ausstellung in Hamburg…

Zu diesem Sommer gehören außerdem ganz viele Schwimm-Genüsse im waldumstandenen Schlachtensee, viele, viele schöne Momente mit den beiden Enkelkindern und

dazu inclusive die Begegnungen und Gespräche mit den großen Kindern, Fremden, Bekannten, per Zoom in Amerika und ein Kind, das 50 geworden ist.

Bestimmt habe ich einiges vergessen. Bei den Ereignissen. Und um einiges zu viel gefühlt wahrscheinlich bei den persönlichen Begegnungen.

Und ja, um durch zu halten habe ich einige Packungen Paracetamol verbraucht und noch mehr laaaaange Pausen gebraucht. Mit dem Gehen wird’s schwieriger , das nun wohl altersbedingt kaum mehr reparabel und die Infekte hören halt auch nicht auf.

Trotzdem ist alles besser geworden.

Außerdem hat es eine ganze Menge Zeit und Kraft gebraucht, um das alles im Corona-Modus zu organisieren.

Ich habe es geschafft und hatte einen wunderschönen Sommer.

Grins, grins, grins…mal im im Ernst, Sommeridylle – auch im Wohnzimmer

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