Randbemerkungen 18

Ich muss mal wieder, die neuen Medien würdigen. Ja, würdigen. Über die Schattenseiten sich auszulassen, ist meist vergnüglicher, vergnüglicher im Sinne von lästern.

Also, ich verbannt in ein Krankenhauszimmer mit Türmchenblick, erhalte die Enkelmädchen-Anfrage, ob ich mit ihr spielen möchte. Und: Wahrhaftig, das geht auch, im nächsten Moment.

Wir sehen und begrüßen uns. Ich bewundere ihr neues Shirt. Und los geht‘s. Sie nennt es das Wortspiel. In meiner Kindheit nannten wir es unbedarft Galgenraten. Jeder falsch geratene Buchstabe brachte ein Körperteil an den Galgen. Wer das richtige Wort nicht rechtzeitig fand hatte verloren. Also, der Galgen ist kein zeitgemäßes Bild. Aber leider hatte offenbar noch keiner eine bessere Idee.

Wir fangen an. Ich muss ein Wort mit 6 Buchstaben raten, das mit „M“ anfängt. Zwischendurch ruft der Mini, der eigentlich keiner mehr ist, „Stopp“. Er war noch beim althergebrachten „Stadt-Name-Land“, das wir auch schon auf diese Weise gespielt haben.

Ich quäle mich, ich komme einfach nicht dahinter. Was mag das für ein Wort sein? Dann geht mir endlich ein Licht auf: Mänsch sollte ich raten. Ich muss aufpassen, dass ich keinen Lachanfall bekomme. Määnsch (bitte aussprechen) sage ich auch manchmal, wenn ich genervt bin, Blödsinn passiert usw.

Ich bin dafür Mänsch in den Duden aufzunehmen. Und bin zutiefst dankbar, dass es FaceTime und Co gibt.

Stillleben

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