Gesichter

Dejavu-Erlebnisse erwecken bei mir Faszinationen. Schon immer. Ich schaue in ein Gesicht, es erweckt Vertrautheit. Mein Gedächtnis liefert keinen Namen dazu. Und dabei bleibt es, ein wenig Verstörtheit eingeschlossen. Doch manchmal tauchen aus der Nebelschicht Bilder auf. Bilder von fremd vertrauten Orten. Sie ranken sich um mich, um das Gesicht, um aber auch schnell wieder„Gesichter“ weiterlesen

Manchmal…

…kommt es mir so vor, als würde unser Leben zum Trauma mutieren. In der heute meist üblichen Lesweise, gerät inzwischen fast jede schwierige Lebenssituation in die Traumadefinition. Fluch und Segen einer psychologisierten Gesellschaft?!? Sind wir nicht alle vom Leben gezeichnet? Und ist das nicht ganz normal? Gehören Herausforderungen jeder Art und ihre Folgen nicht zu„Manchmal…“ weiterlesen

Sinnig und willig

„Das Kind ist aber eigensinnig!“ „Deine Freundin ist schon eine sehr eigenwillige Person.“ Bekannt klingende Sätze? In meinen Ohren schwingt da immer so etwas Negatives mit. Die Attribute eigensinnig und eigenwillig haben hierzulande eher einen – vorsichtig gesagt – rügenden Unterton. Oder irre ich mich? Wer eigensinnig und eigenwillig ist, der wird in die Kategorie„Sinnig und willig“ weiterlesen

Sommeridyll

Der Nachbar läuft vom Tisch davon, und isst seinen Rhabarber-Kuchen gemütvoll im Stehen. Die Wespenschwaerme begnügen sich nun mit den krümeligen Resten auf dem Tisch. Zwei Tische weiter hat sich ein Spatzen-Geschwader – Hundert plus – über die verlassenen Tassen und Teller hergemacht. Ein origineller Anblick. Über mir schaukeln jede Menge große halbreife Pfirsische am„Sommeridyll“ weiterlesen

Sozusagen sozial

Ich frage mich gerade, wozu wir eigentlich Sozialwissenschaften und Ähnliches brauchen. Denn was sie erforschen und erkennen, müsste eigentlich Politik und Wirtschaft antreiben. Das ist nichts, das weit weg vom Alltag philosophiert wurde – das zeigt Alltag, seine Tendenzen und seine Herausforderungen. Und die Ansätze für Veränderungen, für Taktik und Strategie. Wie gesagt „müsste“ und„Sozusagen sozial“ weiterlesen

Farbenspiel

Es war so ein freundliches Wortgeplänkel. Um Kleidung ging es. Ich: „Rot trage ich gern.“ Das Gegenüber: „Du bist eben Rot.“ So, oder so ähnlich der Wortwechsel. Das wars dann auch zum Thema, der allgemeine Small-Talk ging weiter querbeet. Jenen Satz habe ich erstmal abgeschüttelt – Selbstschutz wahrscheinlich. Doch er verfolgt mich seitdem. Ja, ich„Farbenspiel“ weiterlesen

Menschenleer

Früher Nachmittag. Ich stehe an einer Ampelkreuzung. Ringsherum an allen vier Übergängen kein Mensch. Nur ich. Doch die Straße ist überfüllt. Auf allen vier Fahrbahnen reiht sich Auto an Auto. Durchatmen verbiete ich mir. Mit schlechtem Gewissen drücke ich auf den Haltewunsch an der Ampelschaltung. Ich könnte ja Siegergefühle und einen Machtrausch entwickeln. Weil: Ich„Menschenleer“ weiterlesen

Wieder mal: Zwischen den Welten

Wie groß ist die Kluft eigentlich zwischen meinem kleinen idyllischen Rückzugsort mit dem Blick über die Dächer der Weltstadt Berlin und dem Weltenwandel in unmittelbarer Nähe und transatlantisch. Noch ist doch alles immer so wie es schon immer war. Auch wenn so etwas wie ein bedrohliches Damoklesschwert in großer Höhe über uns zu schweben scheint.„Wieder mal: Zwischen den Welten“ weiterlesen

Alterslos

Ich fühle mich ziemlich alterslos. Ein Satz, den mir viele meiner Generation (plusminus) schon bestätigt haben. Jungsein ist ein Lebensgefühl, an das sich alle erinnern. Ist das Alterslos-Gefühl vielleicht die Alternative fürs Älterwerden? Das innere Chaos der Jugend hat sich so etwa in Zehn-Jahresschritten gelegt. Ist gepolstert worden mit Lebenserfahrung. Eine gewisse Leichtigkeit hat sich„Alterslos“ weiterlesen