Farbenspiel

Es war so ein freundliches Wortgeplänkel. Um Kleidung ging es. Ich: „Rot trage ich gern.“ Das Gegenüber: „Du bist eben Rot.“ So, oder so ähnlich der Wortwechsel. Das wars dann auch zum Thema, der allgemeine Small-Talk ging weiter querbeet. Jenen Satz habe ich erstmal abgeschüttelt – Selbstschutz wahrscheinlich. Doch er verfolgt mich seitdem. Ja, ich„Farbenspiel“ weiterlesen

Menschenleer

Früher Nachmittag. Ich stehe an einer Ampelkreuzung. Ringsherum an allen vier Übergängen kein Mensch. Nur ich. Doch die Straße ist überfüllt. Auf allen vier Fahrbahnen reiht sich Auto an Auto. Durchatmen verbiete ich mir. Mit schlechtem Gewissen drücke ich auf den Haltewunsch an der Ampelschaltung. Ich könnte ja Siegergefühle und einen Machtrausch entwickeln. Weil: Ich„Menschenleer“ weiterlesen

Wieder mal: Zwischen den Welten

Wie groß ist die Kluft eigentlich zwischen meinem kleinen idyllischen Rückzugsort mit dem Blick über die Dächer der Weltstadt Berlin und dem Weltenwandel in unmittelbarer Nähe und transatlantisch. Noch ist doch alles immer so wie es schon immer war. Auch wenn so etwas wie ein bedrohliches Damoklesschwert in großer Höhe über uns zu schweben scheint.„Wieder mal: Zwischen den Welten“ weiterlesen

Alterslos

Ich fühle mich ziemlich alterslos. Ein Satz, den mir viele meiner Generation (plusminus) schon bestätigt haben. Jungsein ist ein Lebensgefühl, an das sich alle erinnern. Ist das Alterslos-Gefühl vielleicht die Alternative fürs Älterwerden? Das innere Chaos der Jugend hat sich so etwa in Zehn-Jahresschritten gelegt. Ist gepolstert worden mit Lebenserfahrung. Eine gewisse Leichtigkeit hat sich„Alterslos“ weiterlesen

Zeitlosigkeit

Der Blick aus dem hohen dritten Stockwerk auf ein leuchtend blaues Blütenmeer. Riesige Jacarandabaeume rahmen den Platz da unten ein. Ein Weltenwechsel. Vom ziemlichen Norden in den ziemlichen Süden. Und noch mehr: Zeitenwechsel. Auf dem Platz sitzt Picasso auf einer Bank. Der bronzene P. lebt weiter in seiner Geburtsstadt. Ein paar hundert Schritte vorwaerts lädt„Zeitlosigkeit“ weiterlesen

For ever: Werdend

Das Gewordene ist mehr geworden, aber das Werden hört nicht auf. Im Alter. Ich bin auf der Suche, mal wieder oder wie immer. Sagen wir mal so: Das Frausein, die weiblichen Fähigkeiten haben sich in den letzten Jahren ein bisschen mehr ins allgemeine tägliche Bewusstsein gedrängt. Ich sage bewusst „ein bisschen mehr“, weil ich einen„For ever: Werdend“ weiterlesen

Ostwestlich (17) Ich bin verzweifelt

Je mehr ich versuche, meine (Lebens)Geschichte zu teilen desto mehr Unverständnis, beinahe Aggression provoziere ich im Raum – ungewollt. Ich bin verzweifelt. Was ich erlebe? Ich bin meiner Geschichte beraubt. Ein nicht mehr vorhandenes Land DDR, in dem ich die ersten vierzig Jahren meines Lebens verbracht habe, existiert nur noch aus altbundesrepublikanischer Sicht und Deutungsweise.„Ostwestlich (17) Ich bin verzweifelt“ weiterlesen

Zwischen Werden und Gewordensein

Das Werden findet viel Zuspruch, Zuwendung und freudige Erwartung. Sehr zurecht. Ein Neugeborenes wärmt das Herz. Die ersten Jahre werden voll freudiger Wachheit erwartungsvoll begleitet. Dagegen ist das Gewordene doch ziemlich unterbelichtet. Damit tun wir uns viel schwerer. Der andere Pol, das Alter, wird mit Krankheiten, Pflegebedürftigkeit, mit der Angst vor Demenz verbunden. Jedenfalls erscheint„Zwischen Werden und Gewordensein“ weiterlesen

Bauchschmerzen

Das Unverdauliche verdauen…geht das? Wahrscheinlich nicht ohne Bauchschmerzen. Eher Krämpfe. Im Moment scheint‘s, dass das Parteien-Gezoffe weiter geht – ungeachtet des rundherum drängenden Handlungsbedarfs. Kann es tatsächlich sein, dass die Parteiendemokratie sich überlebt hat? Doch gibt es eine andere Demokratieform? Wäre doch ein Forschungsthema, wo doch inzwischen alles erforscht wird. Ich bin immer noch für„Bauchschmerzen“ weiterlesen