Was für ein Wort! Ich spüre förmlich die Steine, die Stolpersteine. Mal rund, mal – noch unangenehmer – spitz. Kein Weg, um in Gedanken zu versinken, gleich gar nicht zum Träumen. Ich muss aufpassen, mich in Acht nehmen oder einfach nur aufmerksam sein.
Das Jahr hat für mich ziemlich holperig begonnen. Das Gestolpere durch die Welt lässt mich nur schwerlich bei mir sein. Das Bei-Mir-Sein muss ich mir stets von Neuem erringen.
Draußen war mehrmals Glatteis. Ausrutschen statt stolpern. Eigentlich das Gegegenteil. Der Effekt ist ähnlich: Wenn ich nicht konzentriert genug bin, also bei mir bin, dann falle ich auf die Nase. Das tut weh und kann ziemlich nachhaltige Folgen haben.
Letztlich birgt dieses Geholpere (Das Wort muss man sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen!), auch eine Chance aufzuwachen. Nicht weiter im vertrauten Strom schwimmen. Das kostet Kraft und Anstrengung. Die Belohnung: Neue Sichten, neue Fähigkeiten – im besten Fall. Doch dazu muss ich wach genug sein. Und nicht nur froh sein, alles einigermaßen unversehrt überstanden zu haben.
Letztlich muß ich tiefer blicken. Holprige Wege verweisen auf Erosionen unterhalb, unter den nicht mehr glatten Decken. Im Persönlichen wie im Großen Ganzen.
Diese, meine, unsere große Welt ist inzwischen nicht mehr nur holperig. Ich erlebe sie inzwischen als ziemlich eruptiv. Gefährlich eruptiv. Wird es gelingen, die Aufwach-Chance zu nutzen? Wird es gelingen, neu zu ordnen, Positionen wirklich zu klären…
Meine Holperwege sind wie die Asphaltbeläge nach Eis und Schnee: Es ist zu ahnen, was drunter passiert sein könnte. Und ich hoffe, dass es nicht allzu schlimm ist. Wieder ein Stück Flickenteppich oder Grunderneuerung…?










