Zeitlosigkeit

Der Blick aus dem hohen dritten Stockwerk auf ein leuchtend blaues Blütenmeer. Riesige Jacarandabaeume rahmen den Platz da unten ein. Ein Weltenwechsel. Vom ziemlichen Norden in den ziemlichen Süden.

Und noch mehr: Zeitenwechsel. Auf dem Platz sitzt Picasso auf einer Bank. Der bronzene P. lebt weiter in seiner Geburtsstadt. Ein paar hundert Schritte vorwaerts lädt ein römisches Amphitheater ein. Uralte Steine. Drüber, auf dem Berg , drohnt gewaltig die Festung aus dem Mittelalter.

Dann auch noch ein bisschen Heute mit Strohhutverkaeufern, einer lebendigen silbernen Skulptur, die Tennis spielt. Ein großes Kino, viele kleine Kaffeehäuser, Modelaedchen.

Nochmal wenige hundert Schritte weiter zwischen zwei stark befahrenen Straßen plötzlich ein nahezu stiller tropischer Wald, na ja eine Parkanlage. Weltenwechsel.

Und wieder ein Zeitenwechsel. Eine Glasfassade mit farbigen Quadraten. Dieser Ableger kommt aus Paris. Ein kleineres Centre Pompidou lädt aktuell mit Kandinsky ein.

Und dann ganz plötzlich das Meer. Ziemlich Blau, riesige Kreuzfahrtschiffe – sie stoßen mich genauso ab wie sie mich faszinieren. Schöne neue Welt.

Ein Stolpern zwischen Zeiten und Welten. Meine Alltagsflucht wird zum Zeitraffer. Das will verdaut werden und macht Spaß. Was soll’s mit Zeit und Raum.

For ever: Werdend

Das Gewordene ist mehr geworden, aber das Werden hört nicht auf. Im Alter. Ich bin auf der Suche, mal wieder oder wie immer.

Sagen wir mal so: Das Frausein, die weiblichen Fähigkeiten haben sich in den letzten Jahren ein bisschen mehr ins allgemeine tägliche Bewusstsein gedrängt. Ich sage bewusst „ein bisschen mehr“, weil ich einen noch langen mühseligen Weg ahne. Doch der scheint mir inzwischen unumkehrbar. Hoffentlich.

Wenn ich heute Morgen nach Istanbul schaue und lauter beanzugte Menschen an den Verhandlungstischen sehe, kommen mir leichte Zweifel. Wo sind an so entscheidender Stelle die Menschen weiblichen Geschlechts? Die Stimmen, die durchdringend fordern „ Hört auf unsere Kinder abzuschlachten, zu ermorden. Auf solche tote Helden wollen wir verzichten, die brauchen wir nicht!!!“ Doch die Macht ist männlich und so unglaublich fest zementiert. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Trotz aller Fortschritte.

Mir klappte jüngst der Unterkiefer herunter, als eine junge linke ziemlich charismatische Politikerin fast schrie, dass ihre Partei den Kapitalismus abschaffen will. Kein Wort weiter. Ich hätte ja wenigstens eine Andeutung des WIE erwartet. Ansonsten ist das für mich übler linker Populismus, Lieschen-Müller-Politik oder irgend so etwas. Doch die Rednerin verfügt über Ausstrahlung und man hofiert sie durchaus.

Aber, um zum Anfang zurück zu kommen, allmählich glaube ich, dass der Weg um eine andere Ecke geht. Das bewusste, selbstbewusste Weibliche muss sich der Macht und den Mächtigen stellen. Noch viel viel konsequenter als bisher und sich nicht einschüchtern lassen von der geübten Männlichkeit. Denn die weiß vermeintlich immer noch wie MANN es macht und es schon immer gemacht hat.

Ich denke da in jüngster Zeit an Anna-Lena Bärbock und Saskia Esken. Durchaus auch Angela Merkel. Was war ihr Fehler? Für mich auffällig, dass die beiden Erstgenannten auf weibliche Weise, die Angelegenheiten betrachtet und ausgesprochen haben, dass sie nicht die besseren Männer sein wollen. Ich habe nirgendwo überzeugende Argumente für ihre vermeintliche Unfähigkeit gefunden. Bei Baerbock nur: ‚So kann man doch unmöglich Außenpolitik machen‘. Aber womöglich FRAU. Ist es vielleicht dringend notwendig, die althergebrachten Maennerspielregeln der Diplomatie aufzubrechen und zu verwandeln?

Für Esken habe ich letztendlich nur den Hauptvorwurf gefunden, dass sie keine Ausstrahlung, kein Charisma habe. Ich finde: Hat sie, nämlich eine sachliche verbindliche Glaubwürdigkeit, verbunden mit ehrlichen Mühen. Nicht das Salbungsvolle oder das „Ich weiß es“ der männlichen Welt.

Merken wir überhaupt wie sehr männliche Sicht- und Denkweisen und männliches Urteilen unsere Gesellschaft dominieren???!!!

Das Gewordene ist ein Geschenk. Wir werden reichlich damit beschenkt. Aber irgendwann können wir es nur noch in die Vitrine stellen oder mit kühnem Schwung kreativ verwandeln.

Eigentlich wollte ich über das Alter schreiben. Fortsetzung folgt.

Kritzelei vom heutigen Tag: Roter See im blauen Wald mit grüner Katze unterm grünen Mond. Erst mal Vertrautes gnadenlos aufbrechen…Wie sonst soll Neues entstehen?

Ostwestlich (17) Ich bin verzweifelt

Je mehr ich versuche, meine (Lebens)Geschichte zu teilen desto mehr Unverständnis, beinahe Aggression provoziere ich im Raum – ungewollt. Ich bin verzweifelt. Was ich erlebe? Ich bin meiner Geschichte beraubt. Ein nicht mehr vorhandenes Land DDR, in dem ich die ersten vierzig Jahren meines Lebens verbracht habe, existiert nur noch aus altbundesrepublikanischer Sicht und Deutungsweise. Das Urteilen geschieht entsprechend. Ich spüre es häufiger, als dass es im persönlichen Kontakt ausgesprochen wird. Wenn doch, kommt es dann leider nur zu einem kurzen Wortaustausch – für mehr ist kein Raum. Meist beginnen die Sätze: „Aber ich weiß…“ oder „Ich kenne…“

Schon lange umgehe ich so oft wie nur möglich die meisten Situationen und Fragen, die sich auf meine Herkunft und meinen Beruf beziehen. Weil – fast immer, sofort oder wenig später eine Wand aus dem Boden wächst und die Distanz mit den Händen zu greifen ist.

Natürlich gibt es Menschen, die nie etwas anderes wollten, als Bürger der BRD zu sein. Dann gibt es die, die DDR verändern wollten und die, denen sie so Recht war wie sie war – auch das. Aber sie alle sind jetzt Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Mehr oder weniger zwangsläufig angepasst, irgendwie integriert. Die Betonung liegt auf irgendwie. Der wirtschaftliche Schub ist dem deutschen Osten ganz gut bekommen. Aber es fehlt auch eine ganze Menge – auf vielen Ebenen. 40 andere Jahre lassen sich nicht so schnell ausradieren. Rein menschlich noch viel weniger.

Der Ostbeauftragte soll künftig gestrichen werden. Ich wäre dafür, ihn beizubehalten. Aber etwas anders definiert: Er sollte sich darum kümmern, dass das wirkliche und differenzierte Bild der Menschen im Osten sichtbar wird. Ohne Siegerpose und ohne „wir sind die Besseren“. Und dass das – wenn auch verständliche – offensichtliche Desinteresse sich in ein offenes Interesse von westlicher Seite verwandelt. Für die Menschen im Westen hat sich ja grundlegend seit Herbst 1989 nichts geändert.

Höchstens, dass sie das Geld hatten, um im großen Stil Immobilien im Osten zu erwerben. Geld, das in diesem Teil Deutschlands nicht da war.

Von den einst 17 Millionen kann ich doch nicht die Einzige sein, die dieses so einseitige Gesehenwerden und Beurteiltwerden, beziehungsweise dieses Desinteresse erlebt. Ich glaube immer mehr, dass nicht wenige, denen es ähnlich geht, in der AFD und als ihre Wähler anzutreffen sind. Oder auch bei Wagenknecht&Co. Nicht weil die ehemaligen Sozialisten zu Nazis mutiert sind. Eher aus intuitiven oder sehr gefühlsbegründeten Protest. Ein Aufschrei, ein Sich-Wehren gegen eine merkwürdige Form der Unsichtbarkeit, gegen ein häufiges Belächeltwerden. Gegen ein im Gleichen-Land-Leben mit gravierend anderen Voraussetzungen. Genau das verstehe ich nur zu gut.

Es geht um die großen und kleinen alltäglichen Erniedrigungen, weil der Versuch, ein anderes Gesellschaftssystem zu gestalten, den Perversionen von Dummheit und Macht erlegen ist.

Die sozial-marktwirtschaftliche Wirtschaftsweise zeigt sich immer noch oder wieder als am effektivsten. Wobei in der Gegenwart meine Zweifel wachsen… Die Krisen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden letztlich doch nur durch Kriege aufgefangen. Nicht durch wirklich neue Ideen für lebenswerte friedliche Gesellschaftskonstrukte. Ich denke, dass wir genau die heute brauchen. Dass die Demokratie sich selbst erneuern muss. Die endlosen Bastelarbeiten der Politiker werden unsere Probleme kaum noch lösen. Wenn ja, wäre es ja schön.

Wie wäre es auch mal auf das zu schauen, was durchaus gelungen war im ausgestorben und vereinnahmten Staat DDR? Und auch das ins visionäre Denken (Gibt es das eigentlich noch?) miteinzubeziehen?

Die an diesen vergangenen Staat und sein Potential geglaubt und sich in manchem geirrt haben, sind doch keine Verbrecher. Genau das könnte man öfter mal glauben. Beim Zeitung lesen, Radio hören, in Gesprächsrunden. Bis heute. Nicht nur ein Gregor Gysi ist klug und clever.

Und: Letztlich betrifft es ganz Deutschland, wie im Osten gewählt wird.

Ich denke, dass es mit Gesellschaftlichen Systemen nicht anders ist als mit angestrebten ökologischen Kreisläufen. Systeme ohne Abfall, die sich aus ihren Hinterlassenschaften bewusst stets erneuern.

Eigentlich wollte ich längst aufhören über dieses Thema nachzudenken und zu schreiben…Aber irgendwie habe ich wahrscheinlich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es vielleicht doch nicht müßig sein könnte… Wie immer, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Frühlingsverheißung…?

Zwischen Werden und Gewordensein

Das Werden findet viel Zuspruch, Zuwendung und freudige Erwartung. Sehr zurecht. Ein Neugeborenes wärmt das Herz. Die ersten Jahre werden voll freudiger Wachheit erwartungsvoll begleitet.

Dagegen ist das Gewordene doch ziemlich unterbelichtet. Damit tun wir uns viel schwerer. Der andere Pol, das Alter, wird mit Krankheiten, Pflegebedürftigkeit, mit der Angst vor Demenz verbunden. Jedenfalls erscheint für mich dieses Bild auf dem öffentlichen Tableau. Ja, auch das gehört dazu. Aber doch noch viel mehr. Wird auch das sichtbar? Und wird nützlich für die Welt, so wie sie jetzt ist. Kaum. Wenig.

Mal so nebenbei: Beide Lebenszeiten sind mit Pflegebedarf und Zahnlücken verbunden. Am Anfang ganz selbstverständlich. Die Zahnlücken sogar charmant. Am Ende…na ja.

Auf jeden Fall fehlt am Ende die Selbstverständlichkeit der Bedürfnisse – ohne Abwertung.

Den unbeschriebenen „Blättern“ der frühen Kindheit wohnt ein unbeschreiblicher Zauber inne. Keiner stellt das in Frage. Doch welcher Zauber versteckt sich in einem sich vollendendem erfüllten langen Leben. Welche Schätze liegen da ungehoben? Und vor allem: Wie können sie entdeckt werden und genutzt.

In der Politik ist das Alter überpräsent. Für mich am falschen Platz. Die Juengeren sollten das gesellschaftliche Universum gestalten. Umgeben von einem kunstvoll geschmiedeten Schutzschild der Altvorderen – die nicht in der Macherrolle agieren. Eher als breit aufgestellte Gurus. Helfend beim Austarieren der Macht und der Ideen.

Ich erlebe, dass der Blick auf das Alter sich heute meist ziemlich verengt zeigt. Bewundernd noch vorhandene sportliche, physische Fähigkeiten und eine fast faltenlose Optik. Zur Not ist noch das wache Interesse an der Welt eine Erwähnung wert.

Ich glaube die wirklichen Schätze liegen mindestens eine Schicht tiefer. Sie zu finden, macht Mühe. Dort verstecken sich, glaube ich, die wirklichen Geschenke an die Nachfolgenden, an die Welt. Sehr zu Recht wird davon gesprochen, dass unsere Kinder die Zukunft in sich tragen. Doch bin ich überzeugt, dass auch das Alter ein wichtiger Teil dieser Zukunft ist.

Anfang und Ende spiegeln sich und halten beide die Mitte – ein Bild, dass mir gefällt. Ein stimmiges Bild, finde ich.

So gesehen liegen Werden und Gewordensein ganz dicht beieinander.

Auf zur generationsuebergreifenden Schatzsuche! Macht IHR mit?

Es ist ziemlich einfach, einen alten Baum zu bewundern…

Bauchschmerzen

Das Unverdauliche verdauen…geht das? Wahrscheinlich nicht ohne Bauchschmerzen. Eher Krämpfe.

Im Moment scheint‘s, dass das Parteien-Gezoffe weiter geht – ungeachtet des rundherum drängenden Handlungsbedarfs.

Kann es tatsächlich sein, dass die Parteiendemokratie sich überlebt hat? Doch gibt es eine andere Demokratieform? Wäre doch ein Forschungsthema, wo doch inzwischen alles erforscht wird.

Ich bin immer noch für den Weisen umgeben von einem Expertenteam für alles, was notwendig ist und bewegt. Von Fall zu Fall auch Volksentscheide.

Ich möchte nicht mißverstanden werden, aber mit der Stimme der Straße, des Volkes habe ich so mein Problem. Ich glaube, dass ich mich nicht so sehr irre, dass die, die einst lautstark die D-Mark einforderten, jetzt die deutsche Wahlkarte hellblau eingefärbt haben. Sie waren unzufrieden und sind es jetzt wieder. Einst und jetzt fanden ihre ganz natürlichen Alltagsbedürfnisse zu wenig Beachtung, wurden nicht ernst genommen. Doch lässt sich das mit Gesellschaftskonstrukten jeder Art, mit Visionen verbinden, lösen? Ich weiß nicht.

Dazu kommt die spezielle Problematik der Ostdeutschen. Sie haben, wage ich zu behaupten, auf dem Weg der letzten 35 Jahre einen Teil ihrer Seele verloren und nicht wieder gefunden. Ich würde meinen, dass ganz viele im Osten des Landes nicht wirklich im vereinten Deutschland angekommen sind. Das verstärkt die Unzufriedenheit, die allerdings ein gesamtdeutsches Problem und auch ein europäisches ist…und zunimmt. Wer links wählt und wer AFD wählt hat womöglich sehr ähnliche Probleme. Nur dass, im Osten des Landes endgültig links kein Thema mehr ist. „Ein weites Feld“, um nun auch noch den alten Fontane zu bemühen.

Ich glaube, dass es uns allen die letzten Jahrzehnte, trotz aller Probleme, ziemlich gut ging, friedlich gut ging. Der Gedanke drängt sich auf: Was geschah mit allen vergangenen Zivilisationen, auf ihrem Höhepunkt? Höchste Blüte und Untergang lagen immer dicht beieinander. Philosophisch: Wenn ein bestimmtes Maß erreicht ist, drängt die vorhandene Qualität in eine Neue.

Kann sein, dass es in Zukunft nur einer reichlichen Menge Resilienz bedarf. Egal was kommt. Also wappnen wir uns. Nur Eines darf einfach nicht passieren: Gegenseitiges Morden, ich meine vor allem Krieg.

Passt doch: Kandinsky, „Im schwarzen Viereck“ (1923) – zur Zeit im Original im Barberini in Potsdam zu betrachten, neben anderen der Geometrisch Abstrakten des 20. Jahrhunderts. Eine Kunstrichtung, die aus aufgewühlten Zeiten hervorgegangen ist.

Dubai-Schokolade und der Morgen danach

Es waren der Hype um dieses süße Etwas und meine sehnsüchtigen Geschmacksnerven. Der unanständige Preis ließ nur eine Begründung zu: Weihnachten. Dann lag sie unberührt und unbedroht im Kühlschrank und wartete auf die Feiertage. Fuhr zweimal S-Bahn und wanderte wieder in den Kühlschrank. Es musste eine besondere Gelegenheit sein – eher gefühlt als gedacht. Dieses grün eingehüllte Stückchen Verheißung blieb ungefährdet, es hatte langsam schon einen Heiligenschein bekommen. Ich erzähle von einer teuer erstandenen Tafel Dubai-Schokolade.

Heute Morgen war dann der Bann gebrochen. Es war genau das, wonach mein ganzes Ich nach dieser Wahlnacht verlangte – nach dem Morgen mit der eingefärbten Deutschlandkarte. Wer soll diese Welt noch zusammen halten? In Frieden wohlbemerkt.

Ich neige nicht zum Pessimismus, aber zu einem möglichst realistischen Blick. Und ich vertraue und hoffe trotzdem immer wieder – das vorausgeschickt.

Dem Einen zu vertrauen fällt mir schwer: Ein nur sehr bedingt berechenbarer, machtorientierter Pragmatiker mit erkennbar spießbürgerlichen Tendenzen. Vor der Anderen fürchte ich mich, auch wenn sie bildungsbürgerlich nicht immer sattelfest ist, aber dafür kompromißlos durchtrieben. Ach, wie sehr hoffe ich, dass mein Kopf und Verstand sich irren!!! Dazu noch der eine Verrückte in Washington D.C. Und der andere dort, dem ich lange Zeit recht zugeneigt war. Schließlich hat er eine Menge Bleibendes, durchaus Gutes zustande gebracht und immer seine Visionen gelebt. Eine Rarität, die ich zu schätzen weiß, wusste…Aber womöglich kommt da noch etwas zum Vorschein, was ich bisher nicht mal ahnen kann.

In diesem Gemenge sind Mehrheiten im Land und in der Welt zu Hause! Nachfühlen kann ich den dahinterstehenden Aufschrei, dass alte Gewissheiten nicht mehr tragen und wahrscheinlich auch nicht zukunftsfähig sind. Doch was ist zukunftsfähig? Die Schönheit unseres Planeten in allen Facetten, wenn die Menschen es vermögen ihn zu bewahren. Der Mensch selbst mit seinen unglaublichen Fähigkeiten, wenn er sie denn zum Wohle aller einzusetzen vermag. Mit Liebe und ohne Hass. Das klingt jetzt schon fast wie Politiker-Gelabere im Wahlkampf.

Im Augenblick überlege ich als meine einzige Rettung, dem Fernsehen und dem Radio, Medien aller Art zu entsagen – oder maximal noch Seifenopern mit glücklichen Ausgang anzuschauen. Und mich am Farbspiel des tauenden Sees, an den Knospen um mich herum, an den wieder lautstark singenden Vögeln und zur Not auch an den Mäusen zu erfreuen.

Und Dubai-Schokolade mir auf der Zunge zergehen zu lassen. Der Geschmack ist wirklich köstlich: Hauchdünne Bitterschokolade hält einen üppigen Brei aus buttrigen Pistazien zusammen und zergeht mit langanhaltenden Geschmack im Mund und wärmt die verzweifelte Seele.

Warum nur tut mir Hellblau inzwischen weh…

Schicksalsträchtig

Kann sein, dass heute die Weichen gestellt werden. Kann aber auch sein, dass sie schon längst gestellt sind. Wer weiß…Schließlich kann ich die Welt nur nehmen wie sie ist. Und, wenn’s irgend geht, mein Bestes dazu geben. Möglich, dass es nur noch sehr wenig ist.

Habe ich die Wahl? Haben wir sie? Wer ist WIR? Ich hätte es gern gewusst.

Der kleinste, größte gemeinsame Nenner: Frieden.

Was bringt all das Toeten? Das Kämpfen?

Nur Leid und Zerstörung statt Entwicklung, statt das Schöne und Menschliche weiter gedeihen zu lassen. Wäre diese Aufgabe nicht schon Herausforderung genug?

Manchmal denke ich, dass die männlichen Gene generalüberholt werden müssen. Dass die Lust am Kämpfen umprogrammiert werden muss, dringend. Es gibt genug Orte, wo sich Kräfte austoben können. Zum Beispiel auf Wohnungsbaustellen. Oder am besten sie in Liebeskraefte verwandeln. Müsste doch als KI-Forschungsprojekt finanzierbar sein!!!

In diesen Tagen…

…und dann kam der große Zauberer…

…und Morgens um 6 Uhr schallen Winterlieder, begleitet vom begeisterten Ruf „Es hat geschneit“ , durch die Wohnung. Erst hatte ich mich gewundert, dass wieder Weihnachten besungen wird – ja, aber da schneit‘s ja auch ziemlich oft. Die Begeisterung ist riesig, das Fenster belagert. In der Dämmerung kommt es dann endlich zur Schlittenpartie. Mir wird ganz warm während ich schreibe, trotz der Minusgrade.

Einen Tag zuvor versprach der Kalender das…

Träumen

Mich wegträumen aus der Wirklichkeit. Aber wohin? Geradezu gierig stürzen sich mein Auge, mein Geist auf einen Satz. Der liegt seit Monaten auf meinem Schreibtisch obenauf. Ein Satz von Wolfgang Held fesselt mich: „Wahrheit, Schönheit, Güte – das sind die drei Versprechen, dass der Himmel zur Erde kommt.“

Mein Radio läuft seit heute Morgen nebenher. Es kommt vor allem Aufgewühltes rüber. Ein Spiegel des Großen-Ganzen. Bei mir drinnen sieht’s nicht anders aus. Der Traum sucht den klaren stillen See. Auf den Grund sehen wollen. Ein Ort der Geborgenheit, zum zur Ruhe kommen. Wo finde ich Wahrheit, Schönheit, Güte in meiner Welt?

Ich werde suchen, in meinem Mikrokosmos…

Weniger träumen, mehr suchen…die Hoffnung bleibt.

Vor ein paar Tagen: Eine dünne Eisschicht bedeckt den See und lässt nicht tiefer blicken