Wieder da…

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Nach mehr als zwei Jahren nun ein neuer Anlauf in der Sylvesternacht 2019. Draußen brodelt es, blinkt und blitzt und regnet es Sterne vom Himmel. Ich möchte Ernst machen und versuchen, regelmäßig meine Gedanken mit Euch austauschen. Wenn es zum Tauschen kommt, wäre es das Allerbeste. Also, bitte unterstützt meine guten Vorsätze. Ich beginne ganz bewusst noch im alten Jahr damit , prophylaktisch sozusagen, dass die guten Absichten nicht on air in meinem Kopf hängen bleiben. Als Bonus werde ich heute zwei Beiträge älteren Datums veröffentlichen, die in meinem Loch hängen geblieben sind. Genug der Vorrede, ich fange mal zur Feier des neuen Jahre mit einem etwas unverfänglichen Thema an…

Kitsch ist köstlich

Ich möchte nicht drin schwimmen, in Maßen bitte. Aber ab und zu braucht meine Seele ein kleines schräges Ding, das nicht unbedingt in die Welt der klaren Linien und Formen der hochdotierten Designer passt. Doch selbst der Däne Kay Bojesen hat vor vielen Jahren einen Holzaffen kreiert, der jetzt Kultstatus besitzt und in der Mini-Variante jetzt für über 100 Euro erjagt werden kann. Ist nett, brauche ich aber nicht. Mit meinem wunderschönen goldbraunen Löwen am Weihnachtsbaum ist das schon eine andere Sache. Das Drei-Euro-Werk von ich weiß nicht wem zaubert immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht. Er, ein Leopard und drei Einhörner leben zur Zeit friedlich nebeneinander am Baum bis sie wieder in der großen Kiste verschwinden müssen. Meine Engelphase habe ich ausgelebt, überlebt haben ein paar der himmlischen Dauergäste. Die Schneekugel muß sein. Und was überbrückt die Zeit bis Ostern? Muss mich mal umschauen: eine blaue Holzkatze (allerdings von einer gestandenen Künstlerin), die immer wieder neu arrangierte Plüschtierecke der Enkelkinder, eine große silberne Kugel – nein zwei, ein männerfaustgroßer Käfer mit schwarzen Punkten, der die Krümel vom Tisch wegschleckt… Kitsch?

Ich bin mit den Worten meiner Mutter aufgewachsen, „das ist Kitsch, das kommt mir nicht ins Haus“. Meist handelte es sich um irgendein aktuelles Kult-Spielzeug. Alle hatten es, nur ich durfte nicht. Sehnsüchtig schaute ich zu, wenn die anderen ihre Glitzerengel-Stammbuchbilder tauschten, Mackie-Igelfiguren aus der Schultasche zauberten. Ich hätte ja sagen können „Mit solchem Kitsch gebe ich mich nicht ab“. Nee, habe ich nicht, die Sehnsucht war größer als die mögliche Schutzbehauptung.

Dafür gibt es bei mir jetzt im reifen Alter …s.o.

Was aber ist denn nun Kitsch?

Charakteristika wie billig, Massen- und Wegwerfware, von allem etwas zu viel, ästhetisch kaum bis nicht aushaltbar könnten passen. Ja aber, wenn mir doch diese Spieluhr mit den tanzenden Mäusen ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Und die Mäuse auf meine feinen kleinen Designerstücke pfeifen. Die stören sich nicht. Ich glaube, die mögen sich sogar. Weil ich sie mag? Weil es mir Spaß macht? Weil ich bis heute gern spiele?

Also: Weißes Stopp auf rotem Sechseck!!! Was Freude macht, das kann doch nicht in den Müll geworfen werden.  In den realen und den ideolgischen. Es ist doch ein Teil von dem, der es zu sich geholt hat und erzählt eine ganz persönliche Geschichte. Seid gnädig! So etwas Schönes wie Spielen und Kitsch sind ein Paar, ein begnadetes. Jetzt muss ich doch noch unseren Schiller zitieren:

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Wer weiß, wieviel Wertschätzung und Toleranz sich hinter diesem netten Wörtchen KITSCH verbergen können, wenn wir es uns mal genüßlich auf der Zunge zergehen lassen. Womit ich den Zeitgeist von hintenrum um die Ecke erwischt habe (grinsender Smiley). Ein verspieltes Neues Jahr und alles Gute Euch allen!

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Fremdsprachentalent?

Eine Idee haben, sie einige Wochen bewegen und dann umsetzen… Uff, bis hierher habe ich es ohne Hilfe geschafft. Mal sehen ob der Rest mit meinem Blog „Allovertoday“ jetzt auch noch gelingt.

Mit meinen kleinen Freunden, ich meine meine beiden Äppelchen, gelange ich mal wieder zu meinem Fremdsprachen-Problem. Ich verstehe das Wichtigste, kann einigermaßen intuitiv damit umgehen bis – dann kommt die Logik der anderen Sprache, der mit bloßer Eingebung nicht bei zu kommen ist. Das ist so ungefähr wie mit dem englischen Humor in der Landessprache. Um eine bestimmte, entscheidende Ecke komme ich dann nicht mehr: Blackout oder so. Oder: Nur begrenztes Fremdsprachentalent…

Meinem „Großen“ ging es die Woche auch so. Ich dachte schon, dass ich ihn in die Psychiatrie einweisen muss. Plötzlich hatte er mir u.a. beinah 40 000, in Worten vierzigtausend Bilder auf das Desktop, den Schreibtisch produziert und mein iPhone  fremddupliziert oder so. Apple Care hat medizinischen Beistand geleistet und mit vieeeel Geduld und Zeit am Telefon die Guten wieder auf die Reihe bekommen. Meinen Nerven hat dann nur noch ein kühner Sprung in die lauwarme Havel geholfen. Noch mal Uff.

Wie ihr seht, will ich mal versuchen, mich in die Welt der Blogger zu begeben. Der geniale Einstieg meines Thomas-Schwiegersohns vor ein paar Monaten hat mich dazu angeregt. Ich dachte, ich verlege meine TEATIME-Nachmittage am Lietzensee, erst mal in die Welt der elektronischen Kommunikation. Die TEATIME ist ja Nachfolger von den Salons Kladow/Charlottenburg. Da Holger, mit dem alles begann, sich vor knapp zwei Jahren in die andere Welt verabschiedet hat, könnte dieses Experiment die Verbindung, die für mich sowieso besteht, in erweiterter Runde wieder herstellen. Besser als ein Gedenkstein oder so was. Für ihn war unser Salon eine Herzensangelegenheit. Für mich auch. Und vielleicht wird diese Idee der Begegnung auch eine für euch, wenn es uns gelingt sie jetzt so weiter zu führen. Die leibhaftigen Begegnungen mit Scones und Tee soll es trotzdem noch in Abständen geben.

Und: Außerdem habe ich gerade ganz persönlich die Fünfjahresmarke des Überlebens erreicht. Ziemlich genau auf den Tag. Drei der fünf Jahre war Holger dabei: mit vielen intensiven Gesprächen… Also ein guter Zeitpunkt  zum Beginnen.

Und noch mal ein „und“:  Dann wäre es ja schön, wenn jetzt auch meine erwachsene Familie dabei wäre. Und alle anderen, das wäre wirklich schön. Wir bewegen doch alle das Gleiche und das Gleiche bewegt uns – warum getrennte Gespräche? Und als Gespräch verstehe ich meinen Impuls. Aus geschlossenen Kreisen mit vorsichtigen Schritten, sich immer mehr der vielfältigen Welt unseres individuellen Daseins nähern und ihr uns staunend hingeben. Das wird nur gehen, wenn ihr mit einsteigt. Ich bin gespannt. Mal sehen, ob wir zusammen mit unseren Fremdsprachen-Fähigkeiten( s.o.) weiter kommen.

Gespannt bin ich auch, ob das überall rein technisch ankommt. Heute der Start, die Vorrede und dann werde ich mich nächste Woche wieder melden, wenn ich zurück in Berlin bin.

PS: ich dachte, ich mache es kurz und prägnant, ging aber leider nicht. Sorry!