Meine Enkelkinder lieben Sticker. Pandasticker, Einhornsticker…Weich und glitzerig sollen sie möglichst sein. Sie werden gestreichelt, stets von Neuem bewundert, stolz gezeigt und…natürlich getauscht. Ich habe einen wunderschönen Löwen vom Knabenkind geschenkt bekommen und als Zugabe einen roten Bonbon. Wir waren beide dabei glücklich: Schenkender und Beschenkte.
Nur das Mädchenkind hatte Tränen in den Augen. Die zauberhaften Prinzessinnen mit ihren Traumschlössern, herrlich anzusehen, waren Schuld. Wie das?
Die Mama des Kindes klärt auf: Diese Motive sind im Moment nicht im Trend, also keine begehrten Tauschobjekte. Mich überkam in diesem Moment eine tiefe Traurigkeit. Ja wirklich.
Denn eigentlich wollte ich schreiben: Und ich sammle halt altersgerecht Krankheiten, die Zeit zwischen Jahren im Krankenhaus verbringend. Juhu, wieder ein neues Stück in der Sammlung! Und dann wollte ich schreiben: Ab sofort sammle ich Sticker, natürlich Prinzessinnen-Sticker, weich und glänzend und tausche sie gegen faul lümmelnde Pandas in allen Größen.
Doch dann kam die große Traurigkeit. Was geschieht, wenn Pit und Paule demnächst Richtung China abreisen?
Aber, vielleicht kann ich dann die rosa Prinzessinnen wieder loswerden….
Ergo: Krankheiten sammeln ist endgültig passé. Auf ein vergnügtes 2022! Und nicht unterkriegen lassen und das Richtige sammeln😻
Ich habe gespielt. Das Spiel ist mir heilig. Der Weihnachtsbaum als solcher eher nicht so sehr.
Ich habe gespielt: Mein Baum ist fertig. Er dreht sich, singt ‘Stille Nacht, heilige Nacht‘ und ‘Ihr Kinderlein kommet!‘. Und er ist geschmückt mit lauter wundersamen Spielzeug. Glitzerndes, Leuchtendes… Eine zauberhafte Gesellschaft hat sich versammelt und sie will ihre Geschichten erzählen.
Wenn das kein heiliger Baum ist! Er feiert das neugeborene Kind. Das Kind, das friedlich spielend sich die Welt erobert, sich so vor ihr verneigt während es der Welt Geheimnisse erforscht.
Frohe Weihnachten Euch allen und hört bitte niemals auf zu spielen!!!
Nachtrag: Zum ersten Mal bin ich mir untreu geworden: Kein kuschliges Kerzenlicht, sondern elektronische Kerzenvielfalt. Die unerreichbar hohen, neuinstallierten Rauchmelder haben es erreichtund mich erweicht. Die gute Seite: Es ist nun streßfreier, das Unternehmen Weihnachtsbaum.
oder die Farben der Nacht. Für mich ist Indigo DIE Nachtfarbe. So ein abgründiges Schwarz voller Magie. Beim längeren Hinschauen erscheinen zum tiefen Blau, Rot und Gelb, auch ein Hauch Grün. Das vermeintliche Schwarz erscheint dem Auge schon bald nicht mehr so dunkel. Eher sehe ich ein tiefdunkles Lilablau. Die Farben des lichten Tages hat es in sich aufgesogen. Sie ruhen jetzt im Dunkel, aber sie sind da. (Leider verliert sich die Dunkelheit beim Fotografieren.)
Auf dem Weg. Auf der Suche nach den Farben der Nacht, nach Indigo……bin ich nun hier angekommen: Die Nacht begrüßt den Tag. Freundlich? Jedenfalls lässt der Tag sich nicht beirren, er kommt mit Souveränität und fordert die Nacht heraus.
Spannend, was so passiert, wenn die Pinsel mit den Gedanken kreisen. Dann stolpere ich auch noch über das heutige Kalenderblatt:
Aus den unergründlichen Tiefen der Nacht erscheint pure Freude. Aus der Magie des nun in sich ruhenden Indigo offenbart sich ein vielversprechender, ein für mich unwiderstehlicher Farbenzauber. Wie gern nehme ich solchen himmlischen Geschenke an! Auch nebelgraue Tage fangen so an, die Bilder der farbenfrohen Tage sind gespeichert.
…oder unvollkommen vollkommen – geht Beides. Man muß außerdem mit der Betonung spielen.
Wieder mal so ein Wort: VOLLKOMMEN.
Voll in der Kombination mit Kommen vermittelt eigentlich nichts Statisches. Eher kommend, werdend, eigentlich weniger geworden sein. Es ist noch nicht, wird vielleicht mal voll….(ge)kommen sein…
Aber assoziieren wir bei diesem Wortgebilde nicht irgendeine, wahrscheinlich unsere Vorstellung von perfekt? Mit diesem Wort erscheint uns geradezu etwas Wunderbares.
Ich fände es langweilig, wenn unsere Welt vollkommen wäre. Würde das nicht Veränderung, Entwicklung ausschließen? Ein Glück, dass diese Gefahr nicht besteht.
Für immer vollkommen geht das überhaupt?
Bei Kunstwerken , die schon viele Zeiten überdauert haben…vielleicht. Ich denke an Werke von Michelangelo und Rafael zum Beispiel.
Das Göttliche, die Schöpfung ist vollkommen. Womöglich vollkommen in ihrer Unvollkommenheit? Könnte die Botschaft nicht lauten, dass die Menschen die vollkommene Schöpfung als Geschenk erhalten haben, um sich selbst zu vervollkommnen. In diesem Vervollkommnen steckt wieder das Werdende und nicht das Gewordensein.
Und wir als Menschen? Sind vollkommen unvollkommen, aber unvollkommen vollkommen.
Ich bin voll im Kommen, im Werden. Oder auch nicht.
Können wir uns unser Unvollkommensein gegenseitig zugestehen? Und uns selber. Mit klarem, mit ermutigendem Blick. Ich wünschte es mir.
Es wird Weihnachten.
Bitte andere Meinungen!
Der David von Michelangelo. Vollkommene menschliche Schönheit. Wie stehen Äußeres und das Innere zueinander im Verhältnis?
Meine Vergangenheit gehört (zu) mir…..ganz genau so wie meine Gegenwart und Zukunft. Muss der Verlierer eigentlich immer auf der falschen Seite gestanden haben? Muss der Sieger eigentlich immer der Bessere, Überlegene sein?
Ich spreche von zwei grundverschiedenen Gesellschaftssystemen. Das eine wollte radikal Wurzeln ausrotten und etwas völlig Neues anfangen. Das andere hat die alten Wurzeln zu neuem Leben erweckt – und auch versucht, es besser machen. Letzteres hat ganz gut funktioniert. Das andere ist gescheitert, weil…
Ich spreche von der alten Bundesrepublik und der einstigen DDR, von einer neuen Demokratie und einer neuen Diktatur.
Etwas Neues probieren und scheitern – ist das verdammenswert? Oder ist das nicht zumindest mit einem gewissen Respekt zu betrachten?
Ich würde mich freuen, wenn mich mal jemand nach meinen vierzig Jahren Erfahrungen mit eben diesem untergegangenen Land fragen würde. Und nicht jeder schon wüsste, wie alles war, obwohl er/sie auf der anderen Seite gelebt hat. Froh wäre ich auch, wenn ich meine Vergangenheit nicht lieber für mich behalten möchte, weil es mich ganz schnell in die „Schäm-dich-Ecke“ führt oder lächerlich macht oder ich mich plötzlich ganz klein und schrecklich dumm fühle oder ich nicht bedauert werden will.
Könnte es nicht sein, dass Verlierer auch durchlebte Erfahrungen beizusteuern haben, die der Gegenwart und der Zukunft auf die Beine helfen? Dass sie möglicherweise würdevoll in der proletarischen Diktatur gelebt haben. Und viele einfach wollten, dass die Welt ein bißchen besser wird. Sucher eben.
Das wäre nichts anderes als das, was die Menschen, die heute für eine grüne Zukunft auf die Straße gehen, die Klima und Erde retten wollen, auch tun. Die Themen haben sich geändert, aber es geht wieder um mehr Menschlichkeit wider eine Diktatur der Wirtschafts- und Geldmonopole und wider unseren Egoismus.
Doch das Wie bleibt für mich immer noch das große Rätsel.
Ich glaube, es reicht nicht sich zu wehren und zu protestieren, um sich als besserer Mensch fühlen zu können.
Die höchste der zwölf Tugenden ist die Liebe, genauer die Agape, die selbstlose Liebe. Zur Natur, zu den Tieren, zu jedem von uns Menschen. Ich kann es täglich üben. Wie gesagt Üben.
Nicht auszudenken, was passiert, wenn alle mitüben.
Ich weiß, ich bin ein idealistischer Spinner…
Aber wenigstens das.
Ich habe doch schon Probleme, wenn sich ein alkoholisierter Obdachloser zu mir in den S-Bahn-Aufzug drängt.
Wo anfangen, wo aufhören???
IM SUMPF von Otto Niemeyer-Holstein. Ich weiß nicht so genau, warum mir gerade dieses Bild in den Sinn kam. (Zur Zeit noch zu sehen in einer Sonderausstellung „Pflanzen brechen aus der Erde“ innerhalb der Sammlung Scharf-Gerstenberg)
Zwei flackernde Kerzen. Das traute Geräusch des Geschirrspülers. Farbtuben, Pinsel… Zweiter Advent in Coronazeiten. Ich brauche den Rummel nicht. Aber irgendetwas fehlt. Ich erlebe so ein Niemandsland zwischen „Es war einmal“ und „Es wird sein“. Etwas irgendwie Bodenloses. Was macht diese Zeit mit mir…
Ein Bild spukt mir im Kopf herum. Ein endlos geliebter Knuddelstoffwichtel. Einschlafbegleiter nach stürmisch aufregenden Vormittagen. Jetzt hat die Liebe ihm ein Bein gekostet. Wie schnell es wieder angenäht ist. Die Liebe kann weiter gehen. Liebe ist gefährlich.
(Der zweite spurlos verschwundene und in diesem Fall überhaupt nicht wieder gefundene Beitrag. Ich lasse also (5) weg und mache auch hier mit der nächsten Zahl weiter)
Ich gestehe, ich habe einen Hund. Schon seit reichlich vier Jahren. Er ist etwas alt, gemütlich, friedlich. Am liebsten verkriecht er sich unter irgendeiner Bank. Er heißt Mopsi, ein Mops. Schwarz mit einem weißen Fleck, links im Gesicht. Außerdem gibt es noch zwei weiße Pudel, Paul und Paula.* Sie sind ziemlich temperamentvoll und gehören meiner Enkeltochter.
Wir sind oft mit unseren Tieren zusammen unterwegs: in der Stadt, an der Havel, auch mal in der S-Bahn. Die Drei vertragen sich ziemlich gut. Und bekommen ausreichend Streicheleinheiten.
Ja klar, sie sind fiktiv. Geboren aus der großen Sehnsucht von L. nach einem eigenen Haustier.
Wir passen gut auf, dass sie niemanden belästigen, räumen jeden Unrat sofort weg, halten sie, wenn nötig an der Leine.
Mal sehen, wie lange sie uns erhalten bleiben.
Manchmal aber sind wir nur beste Freundinnen, haben große Familien, eine kaum noch überschaubare Kinderschar, einen Bauernhof mit allem was dazu gehört. Doch das ist schon wieder eine andere Geschichte.
Wo ist bloß Mopsi wieder hin, die Ulknudel?
*Kann sein, dass ich nicht up to date bin. Mag sein, dass Rasse und Namen sich geändert haben.
*(Nun ist das mühsam Ausgegrabene zum zweiten Mal verschwunden, jetzt lasse ich (2) aus und mache (3) draus. Vielleicht klappt das. Bild geht gar nicht.)
Meine Gedanken sind frei, befreit. Ich kann diesen Blog nach meinem Gusto schreiben. Ich hoffe, das bleibt auch so. Keiner hindert mich daran. Es hat keine Folgen. Vielleicht abgrenzendes Schweigen, möglicherweise auch stilles Einvernehmen. Auch mal Zustimmung und auch Widerrede. Die letzten beiden Varianten habe ich sehr gern, beide. Da wird es lebendig und versargt(!) nicht im endlosen IT-Universum.
Wenn ich in den letzten 30 Jahren Befreiung und Befreitsein erlebt habe, dann ist es genau das.
Keiner schreibt mir vor, was ich zu denken habe. Oder versucht es. Ich kann nicht nur leise denken, sondern auch aussprechen was ich denke. Egal wo, es hat keine Folgen und meine Profession wird nicht in Frage gestellt, wenn ich es tue. Ich kann lesen, was mich interessiert. Es ist kein Problem, ein Buch, eine Zeitschrift zu bekommen, wenn’s mich interessiert.
Ich muß nun schon lange nicht mehr in vorgeschriebenen Bahnen denken, wie es im Osten Deutschlands eingefordert wurde. Zwischen 20 und 30 habe ich mich darin versucht. Ich wollte ja eine bessere deutsche Republik, die es zu schützen galt. Der Kalte Krieg tobte tatsächlich. So jung, wie ich war, konnte ich es ja nicht besser wissen als die Älteren und Alten – dachte ich. Ich habe meine Kompromisse gemacht. Aber, ich hatte Fragen, viele Fragen. Dass die auch nicht erwünscht waren, das hat mich zuerst verstört und dann zunehmend wütend gemacht. Das Aufbegehren in nächtlichen Selbstgesprächen, in familiären Disputen begann. Es erweiterte sich auf den engsten Kollegenkreis. Ich war so unbedarft ehrlich, wie ich es auf gewisse Weise noch heute bin. Immer deutlicher habe ich ausgesprochen, was ich dachte, was mich bewegte.
Ich habe mal versucht zu Ende zu denken, was mir geschehen wäre, wenn nicht die im vorigen Blog zitierten Mehrheiten, gewonnen hätten. Doch so etwas war und ist müßig und schürt nur ungute Gefühle. Die bringen niemals weiter. Dennoch, eine Frage tauchte damals wie heute auf: Was kann ich, was können wir tun, um derartige Strukturen aufzubrechen? Es blieben vor allem Fragen, es gab kaum Antworten.
So wie heute, wo unsere Gesellschaft in Gefahr gerät, aus dem Ruder zu laufen. Die einzige Antwort, die damals für mich taugte: Ich bleibe mir treu und muss mir am nächsten Tag noch selbst in die Augen schauen können. Und: Ich tu, was ich kann – im Rahmen des Möglichen.
Wer heute von einer Impfdiktatur spricht und Vergleiche zieht, … Dem kann ich mit diesen beschriebenen Erfahrungen nicht folgen.
Was ich mit Sicherheit seitdem dazu gewonnen habe und davon spreche ich: Die uneingeschränkte Freiheit der Gedanken. Wenn ich an Freiheit denke, dann ist diese Freiheit die fassbarste und realste für mich. An alles andere glaube ich nicht, da wir in einem menschlich, sozialen Gefüge leben. Wie gut! Das aber heißt für mich, ich kann nicht meine Freiheiten pur leben. Ich habe Verantwortung, für alle, die mit mir und um mich sind.
Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger sie schiessen mit Pulver und Blei:
Die Gedanken sind frei!
(Fassung von Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1. Strophe. Spuren dieses Textes lassen sich zurück bis zur Antike verfolgen. Mit dem aus dem Schlesischen stammenden Volkslied bekommen die Gedanken ihren ebenbürtigen Gefühlspartner – was so nur Melodie und Dichtung vermögen, ermöglichen.)
„…wien Vogel“ von Arnim Müller-Stahl – jetzt nachgereicht, mit dem Smartphone hat auch das noch geklappt